Des Winters eisiger Dolch

Ein Kätzchen ach wie zart und fein,
steht an dem Stock so ganz allein.
Es sich der Sonn‘ entgegenreckt,
der Glaube fest, vor nichts erschreckt.

An Frohsinn denkt es unentwegt,
das Haar im Winde sich bewegt.
So glaubt’s sich sicher an der Weide,
wohl versteckt, doch weit der Blick.

Sehnsucht weckt sich voller Freude,
ist nicht allein auf weiter Heide.
In warmer Wonne statt kalter Luft,
ahnt nicht, was blüht dahinter,
in dem ach doch so kalten Winter.

Die Sonne ringt, doch sie verliert.
Gar herzlos Eiseskälte dirigiert.
Singt ein Lied von Frost und Frohn.
Ein Lied der Sonne gar zum Hohn.

Das Haar wird reif, Kristall aus Nebel.
Vergang so schnell, die Welt ihr Knebel.
Es hilft ihm nicht zu sinnen,
gegen den Frost gibt’s kein Entrinnen.

Es friert und zittert das Kätzen am Baum.
Empfängt den kalten Dolch der Jahreszeit, der sich macht zur Nacht bereit.
Ist es vorbei, die Sonne, der Traum?