„Der Reisebericht“ – Eine neue Rubrik für den Buch- und Medienblog

Der Buch- und Medienblog erweitert die Themen seiner Rezensionen.
Reiseberichte ergänzen künftig die vertrauten Leseberichte.

Die ersten Ziele sind bereits in Planung. Es geht ins Allgäu und danach an den Gardasee. Neben den stark frequentierten touristischen Attraktionen, die man gesehen haben muss, legt der Buch- und Medienblog gesteigerten Wert auf Ausflüge mit Entspannungsfaktor und Kontenance (aber ohne Wellnessoasen).


„Wenn wir vor zehn Jahren planlos Städte besucht haben, war das wichtigste an diesen Trips das Zusammensein mit den Mitreisenden. Zeit für kompromisslose und absolute Freundschafts- und Beziehungspflege. Sehenswürdigkeiten und Ausflüge standen dabei nicht im Fokus.“ (Oliver W. Steinhäuser)


Reisebericht vom Buch- und Medienblog_Stempel_Reisebericht_Oliver SteinhäuserAb heute sind es eben nicht mehr nur die Menschen, mit denen der Buch- und Medienblog etwas unternehmen möchte. Es sind auch die Städte, die Orte und die Regionen, die wir erleben möchten. Der spezielle Flair des Neuen und Unbekannten wird im Mittelpunkt unserer Berichte stehen. Für die Reiseberichte ist es wichtig, nicht nur über sehenswerte Orte, leckere Restaurants etc. zu schreiben, sondern auch eine besondere Geschichte, Eigenheit und geografische Außergewöhnlichkeit mitzuteilen. Dazu ist es – im Gegensatz zu den Reisen der letzten Dekade – wichtig zu planen. Das fängt bereits mit der Auswahl eines geeigneten Reiseführers an, geht über das Sondieren der darin beinhalteten Informationen und Tipps, bis zum eigentlichen Reiseerlebnis.

Die Reiseberichte bieten eine Dokumentation der Reiseplanung, über die Lektüre des Reisebuchs, der Planung der Ausflüge, deren Ausführung und dem Fazit. Die durch das Reisebuch/Reiseführer vermittelten Informationen und Tipps fließen in diese Punkte mit ein und sollen geprüft, ergänzt, und möglicherweise erweitert werden.

Da Reisen immer auf Individualität fußen, können nur Ausschnitte aus einem Titel betrachtet werden.

Lesebericht zu „Bretonisches Leuchten“ von Jean-Luc Bannalec

Bretonisches Leuchten_Jean-Luc Bannalec_Rezension_Oliver Steinhaeuser_Buch-und Medienblog, BlogIn der vergangenen Woche erschien der neue Kriminalroman von Jean-Luc Bannalec
Kommissar Dupins sechster Fall

Kommissar Georges Dupin hat frei! Weit weg von seinem Büro in Concarneau, macht er mit seiner Freundin Claire zwei Wochen Urlaub. Schon die Vorstellung an die erzwungene Ruhe und des Nichtstuns setzen dem arbeitswütigen Dupin zu. Nun liegt er allerdings tatsächlich am Strand der Côte de Granit Rose und soll endlich einmal seine Kriminalfälle und den Alltagsstress vergessen. So wünschen es zumindest Claire und auch die Kollegen in Concarneau.

Aus Sehnsucht nach Ermittlungen, kauft Dupin sich eines seiner geliebten Clairefontaine Notizbücher. Nicht wie üblich in rot, sondern blau. Er hat schließlich Urlaub. Wenn er schon nicht arbeiten darf, könne er sich wenigstens einen Fall konstruieren und fiktiv ermitteln.
Doch so weit kommt es nicht, denn aus seinem Feriendomizil verschwindet eine Frau spurlos. Schnell spricht sich im Hotel und auch im Ort Trégastel herum, dass der Besucher Georges Dupin der bekannte Kommissar aus Concarneau ist und wird umgehend um seinen Rat gebeten. Da der Hotelier, die beiden Gendarme, die Inhaberin des Presse- und Tabakladens, der Friseur etc. gewissermaßen über etliche Ecken verwand und verschwägert sind, bilden sie ein eingefleischtes Team. Jetzt, da auch noch der unbeliebte Kommissar aus Lannion den Fall offiziell übernommen hat, arbeiten alle Instanzen des Örtchens zusammen, informieren sich gegenseitig und legen größten Wert auf das Knowhow Dupins. Sie wollen die Tatumstände selbst herausfinden und Ergebnisse abliefern. Neben dem erteilten Arbeitsverbot seiner Freundin Claire, muss Georges Dupin zudem gegen die Drohungen des Kommissars aus Lannion achten. Der fühlt sich durch seine heimlichen Aktionen und die als Urlaubsplausch getarnten Befragungen in seinem Hoheitsgebiet und seiner Ehre übergangen.
Als eine Attacke auf die Lokalabgeordnete Madame Rabier stattfindet und plötzlich eine weibliche Leiche im Steinbruch gefunden wird, nehmen die Ereignisse schlagartig zu. Besonders, da die Tote im Steinbruch zunächst für die verschwundene Frau aus Dupins Hotel gehalten wird. Dem ermittlungssüchtigen Kommissar lässt das natürlich keine Ruhe. Um Claire nicht aufzuregen, muss er sich ausgefallene Ausreden ausdenken. Gut nur, dass auch sie sich nicht ganz konsequent an die Abmachung des arbeitsfreien Urlaubs zu halten scheint.

Wie die fünf Vorgänger der Reihe um den Kommissar Georges Dupin, ist auch der neue Krimi von Jean-Luc Bannalec ein sonniger und wohliger Ausflug in den Sommer der Bretagne.
Er eignet sich wie immer für all diejenigen, die im Sommer zu Hause bleiben, denn Dank der wunderbar bildlichen Sprache kann man das Meer trotzdem riechen und die Bretagne spüren. Die Krimis dienen auch hervorragend zur Vorbereitung und Einstimmung des eigenen Urlaubs im westlichsten Zipfel Frankreichs.

Jean-Luc Bannalec
Bretonisches Leuchten
ISBN: 978-3-462-05056-1