Reisebericht aus „Sizilien“ Teil 2 – Selinunte – Marina di Ragusa – Catania – Ätna

Reiseführer_Sizilien_Reise Know-how_Reisebericht_Oliver Steinhäuser_BlogTeil 2 des Sizilien-Reiseberichts von Anne        (Teil 1 finden Sie hier)

Sizilien strotzt vor Ausgrabungsstätten. Die laut Reise-Know-How schönste und weitläufigste haben wir uns angesehen. Sie liegt in Selinunte und wurde aufgrund ihrer Weitläufigkeit zu einem Park erklärt. Wir teilen die Meinung der Reiseführerautoren und waren beeindruckt. Einige Säulen und Tempelteile einer griechischen Metropole wurden wieder aufgerichtet und restauriert. So erahnt man das Ausmaß, das diese historischen Bauten einst hatten. Im Park sind einige Ruinenfelder, deren Besichtigung lohnt. Einen halben Tag verbrachten wir dort, wanderten umher und lasen sitzend zwischen den alten Steinen die umfangreiche Geschichte zu den verschiedenen Tempeln und Befestigungsanlagen im Reiseführer.

SelinunteErice

 

 

 

 

 

 

 

 

Generell bietet Sizilien sehr viel Geschichtliches, dessen Entdeckung lohnt. Deshalb besuchten wir ein weiteres Highlight aus dem Reiseführer:
die auf einem Kalksteinfelsen in 751 Meter erbaute Stadt Èrice. Uns wurde nicht zu viel versprochen. Zunächst fuhren wir mit einer Seilbahn von Trapani aus direkt vor das Eingangstor des Städtchens. Während der Fahrt hat man einen wunderbares Panorama der Landschaft, des Meers und auf die Stadt Trapani mit seinen vielen Salinen. Wir waren wieder einmal froh, in der Nebensaison unterwegs zu sein. Nicht auszudenken wie voll es in dem kleinen Städtchen im Sommer sein muss. Wir genossen die mittelalterliche Kulisse beinahe alleine und deckten uns mit typischen Süßigkeiten von Èrice ein.

Unsere dritte Station zog uns weiter ganz in den Süden. Nach einer vierstündigen Fahrt entlang der Südküste, sind wir im Badeort Marina di Ragusa angekommen. Im Reisführer kommt dieses Örtchen nicht gut weg, da es im Sommer wahrscheinlich auch wirklich überfüllt ist. Es ist ein reiner Ferienort und bietet kaum Sehenswürdigkeiten. Perfekt also, um ein paar Sonnentage am Strand zu genießen. Den schönen und großen Stadtstrand, direkt neben Hafen, hatten wir fast für uns alleine. Und die Sonne gab ihr Bestes. Ragusa, die nächstgelegene größere Stadt, beeindruckt durch zwei Stadtkerne. Zum einen gibt es Ragusa Ibla, den verwinkelten Barockteil der Stadt und den modernen Teil, Ragusa Superiore, der systematisch und geometrisch angelegt ist. Beide Stadtteile sind über eine lange Treppe verbunden. Wieder waren wir beeindruckt von den engen Gassen, den kleinen alten Häuschen sowie den verschnörkelten Kirchen. Auch die Ansammlungen sizilianischer Männergrüppchen, die sich in Cafés oder auf Parkbänken zum Plausch treffen, sind einzigartig und durchbrechen mit Lebensfreude und Ausgelassenheit die Barriere zu unserem von Hektik geprägten Alltag.

Unsere letzte Station bezogen wir in der Nähe von Catania und des Vulkan Ätna, ohne dessen Bewunderung man Sizilien nicht wieder verlassen darf. Hier haben wir uns an einem Unterkunftstipp aus dem Reiseführer bedient und wurden nicht enttäuscht. Wir buchten einen Bungalow in Acireale auf einem Campingplatz „La Timpa“ der hoch über dem Meer war und man über einen Lift, der innerhalb der Felsen gebaut wurde, zum Wasser hinuntergelangen konnten. Das war wirklich etwas Neues. Da so wenig los war, bekamen wir den schönsten Bungalow inklusive eines atemberaubenden Ausblicks. Von hier aus unternahmen wir zwei Ausflüge: Zunächst fuhren wir nach Taormina und fanden zum ersten Mal die Touristenmassen, von denen die Autoren schreiben. Wie voll das wohl im Sommer sein mag wollten wir uns gar nicht erst vorstellen. Eine Seilbahn führt direkt von Mazzaro aus in das hoch über dem Meer gelegene Ortzentrum. Bekannt ist Taormina für sein griechisch-römisches Theater. Unglaublich, was die Menschen vor so langer Zeit geschaffen haben.
Das letzte Highlight auf unsere Reise war der Vulkan Ätna. Hierzu finden sich im Reiseführer sehr gute Tipps für Wanderungen und welche Möglichkeiten es für den Aufstieg auf den Vulkan gibt. Da uns die Auffahrt mit der Seilbahn zu teuer war, entschieden wir uns für eine panoramareiche Wanderung auf der Halbhöhe Taorminas mit Blick auf den Ätna, der immer wieder mit spuckenden Rauchwölkchen imponierte.

Schweren Herzens packten wir nach drei Wochen unsere Sachen und fuhren wieder zum Flughafen. Eine vollständige Umrundung der Insel haben wir nicht geschafft. Auch auf die liparischen Inseln, die im Reiseführer als besonders sehenswert beschrieben werden, hat es uns leider nicht mehr gereicht. Aber was nicht ist, kann ja noch werden!

Alles in Allem war uns der Reiseführer „Sizilien“ eine gute Hilfe. Er bot uns einen ersten Eindruck und Überblick zu den Regionen. Da er die ganze Insel abdeckt, ist er aber oft recht oberflächlich. Es gibt viele Informationen zur Geschichte, Gebäuden und Kirchen. Für uns war dies genau im richtigen Maß. Wer jedoch tiefer in die Geschichte eintauchen möchte, benötigt auf jeden Fall ausführlicheres Material. Es gibt zahlreiche Tipps für Unterkünfte, Restaurants und praktische Informationen. Wir hätten uns manchmal mehr Hinweise für besondere Strände oder kleinere Wanderungen und Spaziergänge gewünscht. Wie auch im Reiseführer vermerkt, sollte man sich zum Wandern auf jeden Fall noch zusätzliche Wanderkarten oder Wanderführer besorgen. Als Reisezeit ist der Oktober für Sizilien wirklich toll. Es sind sehr wenige Touristen unterwegs. Menschenleere Strände und Wanderwege. Überall kann man gut parken und kommt bei Sehenswürdigkeiten ohne Schlange stehen hinein. Das Wetter war an der Nordküste wechselhaft und windig. Im Süden war es herrlich warm und sonnig. Sizilien ist ein wunderbares Reiseziel und es gibt hier noch vieles zum Entdecken. Wir kommen definitiv wieder.

Ein Reisebericht von Anne für den Buch- und Medienblog


Vorbereitung der Reise durch:
FriedrichKöthe & Daniela Schetar
Sizilien
ISBN 978-3-8317-2786-5

Advertisements

Reisebericht „Gardasee“ Teil 1 – Lago die Tenno – Madonna della Corona – Sirmione

Teil 1       (Teil 2 erscheint in 14 Tagen, am 24. November 2017)


Zehn Tage Gardasee:
Da kann man sich schon fragen, ob man diese badend, sporttreibend, wandernd oder reisend erleben möchte. Es sind 36° C, Städtetrips fallen daher beinahe flach. Den ganzen Tag badend in der Sonne liegen jedoch auch – vor allem mit Kind. Joggen möchte man, trotz wundervoller Aussicht und entspannendem Wasserplätschern an den Uferpromenaden zwischen Brenzone und Malcésine, bei diesen Temperaturen aber auch nicht und gewandert sind wir vor einigen Wochen bereits im Allgäu (→ zum Reisebericht Allgäu)ausgiebig.
Wir werden also einen Urlaub mit Badezeiten am Morgen und am Abend haben. Dazwischen werden wir den Lago di Tenno, die Madonna della Corona, die Grotten des Catull in Sirmione, das Skaligerkastell in Malcésine, den Monte Baldo, die Cascata della Varone, die Santuario della Madonne di Montecastello, Toscalano-Maderno und Torri del Benaco gesehen haben.
Alle Ausflüge wurden mit dem Auto bestritten. An den meisten Tagen dank Klimaanlage wohl temperiert, manches Mal mit qualmenden Reifen und heißer Kupplung.
Doch eins nach dem andern:

Die morgendliche Abreise um 4:30 Uhr beschert uns freie Straßen aus Stuttgart heraus und an Kempten vorbei. Wer die Reisekosten gering halten möchte, tankt in Österreich und spart auf der Gesamtstrecke von ca. 1200km leicht 20 € im Vergleich zum Tanken an deutschen oder italienischen Tankstellen. Erst ab der Autobahnabfahrt bei Trient beginnt der Verkehr etwas zu stocken. Über Torbole gelangen wir auf die Gardesane Orientale, die uns via Malcésine nach Assenza führt. Ein Dorf, das mit 15 weiteren kleinen Orten zur Gemeinde „Brenzone sul Garda“ zusammengefasst ist. Hier beziehen wir inmitten eines Olivenhains unsere ruhige, nur 300 Meter von Ostufer entfernt gelegene Ferienwohnung. Da wir im nördlich des Sees gelegenen Riva unseren Lebensmitteleinkauf erledigen möchten, bietet sich ein vorheriger Ausflug zum Lago di Tenno an. Ein kleiner See, der strahlend Türkis aus der grünen Landschaft sticht und einen Badeausflug wert ist. Mit seinen steil abfallenden Kiesufern muss man sich arrangieren, oder gegebenenfalls auf die kleine „Badeinsel“ im See ausweichen. Bereits jetzt wird das Reisebuch Gardasee des Michael Müller Verlags konsultiert. Unter der geöffneten Heckklappe unseres Kombis fragen wir uns: „Nehmen wir den Kinderwagen, oder die Bauchtrage?“
„[…]führt neben dem Hotel Stella Alpina ein Stufenweg […]“, weist der Reiseführer uns auf die Gegebenheiten hin. Wir brauchen also die Trage und einen Rucksack!

Unseren „Zehn-Tages-Einkauf“ erledigen wir wohl temperiert in Riva. Aufgrund von Lebensmittelunverträglichkeiten achten wir beim Einkauf auf gluten- und laktosefreie Produkte, weshalb die Wahl zu Lidl Italia, der mit einem überraschend großen Angebot dieser Produkte aufwartet, schnell fällt. Zwischen Milchtüten, Reismehlmischungen, Fleisch und Gemüse reift ein Speiseplan für die gesamten zehn Tage. Schließlich möchten wir das Flair des Sees und seiner Umgebung genießen, und uns nicht durch Supermärkte quälen.

Aus diesem Grund werfen wir bereits am zweiten Tag unsere Decken und Handtücher am Ufer aus, schlagen den Sonnenschirm in den groben Kies, cremen unsere weißen Rücken ein und ergötzen uns an den Bergen, den Sportbooten und dem leisen Säuseln der Wellen. Wir sind noch in der Phase des Ankommens, durchblättern allerdings schon wieder die Seiten unseres Reisebuchs, um die von mir vorgeschlagenen Ausflüge zu selektieren, terminlich abzustimmen und uns mit weiterer Vorfreude aufzuladen.

Einen spannenden Ausflug bietet uns am dritten Tag die Wallfahrtskirche Madonna della Corona im Etschtal. Sie liegt nahe dem Ort Spiazzi, östlich des Gardasees im Monte Baldo Massiv und ist mit 773 Metern Höhe über dem Meeresspiegel eines der höchstgelegenen Wallfahrtsorte Italiens. Da die Kirche in den Fels hineingebaut wurde, besteht die Westwand sowie Teile der Nordwand aus Felsgestein. Wie ein Adlernest thront sie über dem Tal der Etsch. Der Zugang erfolgt am einfachsten vom KFZ-Parkplatz des Hotel/Restaurant Stella Alpina. Von dort kann man zu Fuß die Treppen oder die kleine Serpentinenstraße der Buslinie 499 nehmen, und ist in 20 Minuten vor der Kirche. Den lebensechten Kreuzweg Jesu erlebt man am besten zu Fuß auf der geteerten Serpentinenstraße. Achtung: Dem Bus 499 sollte man rechtzeitig Platz machen, während er sich halbstündlich lauthals durch die steilen und sehr engen 180° Kurven schraubt.

Den vierten Tag widmen wir einem Ausflug ins 60 km entfernte Sirmione am Südufer des Gardasees. Da die Anfahrt über die Uferstraße via Garda, Bardolino, Lazise und Peschiera erfolgt, benötigen wir die eingeplanten 1,5 Stunden. Geparkt werden muss außerhalb der überwiegend autofreien Altstadt. Am Skaligerkastell vorbei schlendern wir die ersten Meter des Panoramawegs, der sich entlang der Ostseite der Halbinsel bis zu den Grotten des Catull erstreckt. Die ersten Treppen überwinden wir noch mit dem Kinderwagen, danach entscheiden wir uns jedoch bald für das Durchqueren der Stadt und den Weg durch die Gassen Sirmiones. Der Panoramaweg ist auf Reifen ungeeignet!
Am nördlichsten Zipfel der zahlungspflichtigen Grotten des Catull schließt sich ein Olivenhain an, von dem aus man eine sehr schöne Sicht auf die Kalksteinterrassen hat. Diese 100 Meter breiten Formationen umgeben das gesamte Kap wie ein Band und sorgen durch ihre geringe Tiefe unter dem Wasserspiegel für türkise Akzente im blauen See.
Die Entstehung der Kalkterrassen ist auf die Eiszeit und der sich damals nordwärts zurückziehenden Gletscher zurückzuführen. Bei diesem Rückzug blieb die Halbinsel Sirmione als dünner Span im See bestehen.

Der Reisebericht zum Gardasee wird am 24. November 2017 fortgesetzt.
Vorschau:
Cascata della Varone – Santuario della Madonne di Montecastello – Monte Baldo – Torri del Benaco & Malcésine

Reisebericht vom Buch- und Medienblog_Stempel_Reisebericht_Oliver SteinhäuserEin Reisebericht von Oliver W. Steinhäuser


Vorbereitung der Reise durch:
Eberhard Fohrer
Gardasee
ISBN 978-3-95654-201-5

Reisebericht „Allgäu“ – Nesselwang-Starzlachklamm-Grüntensee-Lechbruck-Hahnenkamm

allgaeu_reisebuch_reisebericht_rezension_oliver steinhaeuser_BuchblogReisezeit: Juni/Juli
Fünf Tage. Das ist unser Zeitrahmen. Urlaub ist das noch nicht, doch dank der Distanz von nur 200 Kilometern zu Stuttgart, bietet das Allgäu ein sehr attraktives Reiseziel für verlängerte Wochenendausflüge. Aufgrund des neuen Vorsatzes des Buch- und Medienblogs, lassen wir diese freien Tage nicht einfach so verstreichen, sondern nutzen jeden Tag. Es gibt ein richtiges Programm. Zur Vorbereitung dieser Ausflüge dient das Reisehandbuch „Allgäu“ des Michael Müller Verlags. Damit werden zum ersten Mal fünf Tage genau durchgeplant.

Im Nesselwanger Ortsteil Hertingen beziehen wir unser Quartier, von wo aus die Ziele unserer Exkursionen sich in einem Radius von ca. 30-40 Kilometern Entfernung befinden. Baden mit Bergblick, Wandern mit Fernblick und Seilbahn fahren inklusive Adrenalinkick. Eine bunte Mischung aus Spaß und Erholung.

Der Plan: Badetag am Grüntensee – Floßfahrt auf dem Lech – Seilbahnfahrt auf den Hahnenkamm (Tirol) – Buchenegger Wasserfälle

Die Reihenfolge: Wetter- und Gemütsabhängig

Die Sonne scheint und die Autobahn ist trotz frühmorgendlicher Abreise in Stuttgart immer wieder überlastet. Daher bestimmt bereits die dreistündige Autofahrt nach Nesselwang unseren ersten Ausflug. Staufrust und Hitze ziehen uns an den Grüntensee, der mit Blick auf den Grünten panoramareichen Badespaß bietet. „Wächter des Allgäus“ wird er auch genannt, obwohl er mit 1738 Metern bei weitem nicht der höchste Berg der Allgäuer Alpen ist. GrüntenseeSeinen Namen Grünten verdankt er der frühen und flächendeckenden Abholzung des Gipfels ab 1471 zur Nutzung als Brennmaterial in Bergwerken und Schmelzöfen. Eine von Menschenhand erzeugte Frisur – Der Glatzkopf. Ein großer Parkplatz befindet sich direkt neben dem „Grüntensee-Camping“ und ermöglicht stressfreies Parken sowie einen Zugang zum See und Campingplatz, der mit einem Steg in den Grüntensee gerade für Familien Badespaß bietet.

Unsere Ferienwohnung im östlich von Nesselwang auf einer Anhöhe gelegenen Ortsteil Hertingen bietet einen guten Blick auf die Burgruinen „Eisenberg“ und „Hohenfreyberg“ sowie auf den „Falkenstein“, Deutschlands höchstgelegene Burganlage. Nur einige Meter entfernt finden Ruhesuchende den „Ge(h)zeitenweg“, der an dem Parkplatz „Rindegger Tanne“ des Ortsteils Rindegg startet und mit sechs Stationen in der Natur zur inneren Einkehr einlädt. Feld- und Waldstücke eignen sich ebenso zum Laufen und Spazieren. Ein Rundweg um den Attlesee lohnt sich in jeden Fall, da hier eine Badestelle mit Umkleidekabinen und Toiletten eingerichtet wurde.

Nach der morgendlichen Joggingrunde brach der Buch- und Medienblog nach Lechbruck am See auf. Ein Ort, der vor dem Eisenbahnzeitalter vor allem von der Flößerei und dem Transport von Holz, Bausteinen und Kalk lebte. Auf den ersten Blick ist das heute nicht mehr zu erkennen. Lech mit FloßLechbruck am See
Doch das Reisebuch „Allgäu“ erinnert an diese Floßfahrten und nennt die Website der Touristen-Information. Wer voller Euphorie von täglichen Fahrten ausgeht übersieht leider schnell, dass die Flößer lediglich dienstags und donnerstags fahren. So steht es auf der Website – aber nicht deutlich genug. Wer nicht leer ausgehen möchte, sollte also unbedingt telefonisch im Voraus buchen. Dass wir wenigstens die Fahrt eines ausgebuchten Floßes über den Lech gesehen haben, war reiner Zufall. Doch auch ohne den Ausflug auf dem Lech, bietet dieser ein schönes Ufer mit einigen großen Holzliegebänken, einem Spielplatz sowie dem Eiscafé Venezia. Besonders lecker: Quella – Weißes Schokoladeneis mit Nutella.

Eine Wanderung mit tierischem Erlebnis bietet uns am dritten Tag der Hahnenkamm in Höfen bei Reutte in Tirol, Österreich. Mit der Kabinenbahn der Reuttener Bergbahnen geht es hoch zur Bergstation, von der aus der ca. 1900 Meter hohe Abstieg auf einer Strecke von 9 km inmitten von Kuhherden gewandert werden kann. Das ist leider nicht nur idyllisch. Gerade wenn Kälber mit auf den Weiden stehen, kann schnell eine unruhige Stimmung zwischen Kuh und Mensch entstehen. Deshalb: Augen auf, die Umgebung genau beobachten und nicht auf die Tiere zugehen. Wer für alle Umstände gerüstet sein möchte, führt einen (Wander-)Stock bei sich. Ein gezielter Schlag auf die Schnauze der Kuh stoppt sie im äußersten Notfall. Aber dennoch gilt: Sicherheitsabstand reduziert das Aufkommen einer Gefahrensituation ungemein, wohingegen Kleidungsstücke in Signalfarbe den Kick beim Abstieg erheblich erhöhen: Die angegebene Laufzeit von drei Stunden wird durch den tierischen Rückenwind auf die Hälfte reduziert.
Auf der Strecke laden ein paar Sitzbänke zur Rast und zum Ausblick ein. Ca. 20 Minuten nach Beginn des Abstiegs erreicht man eine Bank, die den Blick auf den Segelflugplatz Reutte-Höfen sowie auf die Burgruine Ehrenberg, von der aus der Zutritt auf die highline179 möglich ist. Die Fußgängerhängebrücke ist mit einer Länge von 406 m und einer Höhe von 114,6 m, laut Eintrag im Guinness Buch der Rekorde, die die längste Fußgängerhängebrücke der Welt in der Kategorie Hängebrücken für Fußgänger im Tibet Style.

Der vorletzte Tag des langen Wochenendes führt uns in die Starzlachklamm. Eine recht spontane Entscheidung am Frühstückstisch, da wir am Mittag einer Einladung nach Kempten folgen. Die Tagestour zu den Buchenegger Wasserfällen fällt aufgrund der Entfernung von ca. 60 Kilometern aus und wird durch einen Ausflug in die Starzlachklamm, südlich des Grünten, im Sonthofener Stadtteil Winkel ersetzt. Das halbiert die Anreise um 30 Kilometer, ohne auf rauschendes Wasser verzichten zu müssen. Für Familien mit Kindern empfiehlt sich der Weg bis zum Ende der Klamm und wieder zurück zum Parkplatz. Sie ist mit Handläufen, Brücken, Stegen erschlossen und das Ende der Klamm erkennt man durch das plötzliche Fehlen dieser Sicherungen. Hier geht es zur virtuellen Führung durch die Starzlachklamm. Es gibt einen großen Parkplatz unmittelbar zum Eingang in die Klamm, der schnell übersehen werden kann. Wer den Weg bis zum Friedhof gefahren ist, folgt dem für Busse gesperrten Weg und erreicht den Starzlachklammparkplatz. Das sanft auslaufende Ende der Klamm (10 min. entfernt vom Parkplatz & noch vor dem zahlungspflichtigen Einstieg) bietet vor allem Kindern einen natürlichen Spielplatz. Kieselsteine und langsam fließende Bachläufe ermöglichen das Bauen von kleinen Staudämmen, während die Picknickdecke auf einer der Kiesbänke ausgebreitet werden kann. Zahlreiche Bäume bieten dabei einen natürlichen Sonnenschutz.

Am Abend vor der Abreise sitze ich auf der Couch unserer Ferienwohnung in Hertingen und blättere im Reisebuch „Allgäu“. Auf jedem der beschriebenen Ausflüge war er unser Wegweiser. Nicht nur für den Buch- und Medienblog, sondern ebenfalls für die Mitreisenden. Wenn ich beim Aufbruch die Frage stellte, ob wir das Reisebuch wieder auf den Ausflug mitnehmen sollen, lautete die Antwort stets ‚Ja’. Er ist nicht nur Wegweiser, sondern Inspirationsquelle. Die von mir eingeklebten Post-Its sowie die Textmarkierungen machen ihn nun  zu unserem Tagebuch.
Das sieht auch der Michael Müller Verlag so und zitiert den Buch- und Medienblog in seinen Pressestimmen.


Alpspitze NesselwangEs fällt schwer am fünften Tag die Wohnung wieder zu räumen, ohne in Aufbruchsstimmung zu verfallen. Die Berg- und Talfahrt mit der Alpspitzbahn in Nesselwang lindert dieses Gefühl ein wenig. Um die letzten Stunden zu genießen fahren wir mit einem der Sessellifte der Kombibahn und atmen frische Bergluft. Nach dem Umstieg an der Mittelstation geht es weiter hinauf auf die Alpspitze, die mit einem tollen Berg- und Panoramablick Richtung Forggensee und Füssen auf uns wartet. Auch die Burgruine Falkenstein kann man von hier aus sehen.
Mit der Talfahrt und dem freien Blick auf Hertingen sowie die Joggingrunde um den Attlesee kommt am Ende nun doch Fernweh auf. Und ein Entschluss: Das Allgäu hat noch sehr viel mehr zu bieten. Der Buch- und Medienblog nutzt weitere lange Wochenenden und kommt wieder. Mit dabei ist dann in jedem Fall das Reisebuch „Allgäu“ des Michael Müller Verlag.

Ein Reisebericht von Oliver W. Steinhäuser


Vorbereitung der Reise durch:Reisebericht vom Buch- und Medienblog_Stempel_Reisebericht_Oliver Steinhäuser
Ralph Raymond Braun
Reiseführer Allgäu
ISBN 978-3-95654-422-4

„Der Reisebericht“ – Eine neue Rubrik für den Buch- und Medienblog

Der Buch- und Medienblog erweitert die Themen seiner Rezensionen.
Reiseberichte ergänzen künftig die vertrauten Leseberichte.

Die ersten Ziele sind bereits in Planung. Es geht ins Allgäu und danach an den Gardasee. Neben den stark frequentierten touristischen Attraktionen, die man gesehen haben muss, legt der Buch- und Medienblog gesteigerten Wert auf Ausflüge mit Entspannungsfaktor und Kontenance (aber ohne Wellnessoasen).


„Wenn wir vor zehn Jahren planlos Städte besucht haben, war das wichtigste an diesen Trips das Zusammensein mit den Mitreisenden. Zeit für kompromisslose und absolute Freundschafts- und Beziehungspflege. Sehenswürdigkeiten und Ausflüge standen dabei nicht im Fokus.“ (Oliver W. Steinhäuser)


Reisebericht vom Buch- und Medienblog_Stempel_Reisebericht_Oliver SteinhäuserAb heute sind es eben nicht mehr nur die Menschen, mit denen der Buch- und Medienblog etwas unternehmen möchte. Es sind auch die Städte, die Orte und die Regionen, die wir erleben möchten. Der spezielle Flair des Neuen und Unbekannten wird im Mittelpunkt unserer Berichte stehen. Für die Reiseberichte ist es wichtig, nicht nur über sehenswerte Orte, leckere Restaurants etc. zu schreiben, sondern auch eine besondere Geschichte, Eigenheit und geografische Außergewöhnlichkeit mitzuteilen. Dazu ist es – im Gegensatz zu den Reisen der letzten Dekade – wichtig zu planen. Das fängt bereits mit der Auswahl eines geeigneten Reiseführers an, geht über das Sondieren der darin beinhalteten Informationen und Tipps, bis zum eigentlichen Reiseerlebnis.

Die Reiseberichte bieten eine Dokumentation der Reiseplanung, über die Lektüre des Reisebuchs, der Planung der Ausflüge, deren Ausführung und dem Fazit. Die durch das Reisebuch/Reiseführer vermittelten Informationen und Tipps fließen in diese Punkte mit ein und sollen geprüft, ergänzt, und möglicherweise erweitert werden.

Da Reisen immer auf Individualität fußen, können nur Ausschnitte aus einem Titel betrachtet werden.