Surrogate – Eine Welt aus Trug und Schein

Surrogate - Oliver W. Steinhäuser - LiteraturblogEs handelt sich nicht etwa um ein neues Raumschiff, auch wenn der Name dies auf den ersten Blick suggerieren könnte. Es handelt sich vielmehr um einen Ersatz, bestimmt für eine Welt des Scheins und der Ersatzstoffe, die mit geringem Einsatz ein neues Gefühl des kleinen Luxus vermitteln.

Zischend liegt das Steak auf dem Grill und verbreitet den Duft garenden Fleischs. Es ist April, und der Buch- und Medienblog eröffnet die Grillsaison. Knackend birst die Pelle der Wurst und holt  das rauchige Grillaroma bis ihr Inneres. Erst beim Biss in das vermeintliche Fleisch erkennt der Gelegenheitsgriller den Schlamassel. Eine Konsistenz, einzuordnen zwischen heißgefahrenen Semislicks von Michelin und viel zu hart gepresstem Weichkäse, verschreckt die orale Genusssucht und gesteht, was mit Süßstoff als Ersatz für Zucker seinen Anfang nahm: Das Surrogat.

Der Ersatzstoff für ein teures, unerträgliches oder gar zweifelhaftes Produkt. Das ist der Stoff, aus dem die Lebensmittelindustrie billige Ersatzstoffe zur Steigerung ihrer Margen in ihren Waren fabriziert. Denn die geschmacksverwandten Kunstprodukte reduzieren Produktionszeiten und -kosten und sollen dennoch Geschmackswunder produzieren.
Derlei Tricksereien haben früher die Menschen hochgradig empört. Heute gieren sie förmlich danach: Fleisch aus Pflanzen, Kaffee ohne Koffein und Bier ohne Alkohol. Die Lebensmittelproduzenten kommen diesen Wünschen nur allzu gerne nach, haben sie doch immer das Auge auf den Absätzen. Nebenbei produzieren sie dann einfach noch den sogenannten Analogkäse, der dank Palmöl, Wasser, Stärke, Aromen und Emulgatoren ein tolles Käsesurrogat auf den Tisch legt. Schmilzt schön, schmeckt schön, sieht einigermaßen gut aus, riecht dank moderner Duftstoffe annehmbar und ist sogar vegan. Enthielte dieser Käse kein Palmöl, wäre er sogar politisch korrekt.
Da hat jeder Bergbauer mit seinen 25 freilaufenden, handgemolkenen, mit Mozart beschallten Kühen das Nachsehen!

Was mit Austauschstoffen in der Nahrungsmittelindustrie begonnen hat, findet mittlerweile in beinahe allen Lebensbereichen der durch Schnelligkeit und Konkurrenzdenken getriebenen Gesellschaft statt: immer bessere Ersatzprodukte des erträumten Luxus:
Die Getriebenen finden ihren Seelenfrieden auf künstlich angelegten Stadtstränden, begrünten Dachterrassen oder in Freizeitbädern wie dem „Tropical Islands“. Der Traum aus Südseefeeling mit Palmen, türkis angehauchtem Wasser und einem importierten Sandstrand vermitteln ganz neue Wellnesshochgefühle.
Kulisse hin Kulisse her, die Fotopostings in Sozialen Medien lässt das kühl. Karibik und Karibikfeeling kennt keine Unterschiede. Unsere Gesellschaft beginnt, sich mit dem Leben in einer Kulisse zu begnügen. Moderne Zeiten verlangen moderne Konzepte. Das wirklich Wahre ist räumlich oft weit entfernt, da bietet das Als-ob-Prinzip mittels immer neuer Surrogate schnelle Abhilfe und vermittelt Zufriedenheit. Ein Gewinn, betrachtet man den stetig steigenden Aufwand der alltäglichen Realitätsbewältigung.
Die Sehnsucht hat die Ebene der rein ernährungspolitischen Korrektheit längst durchbrochen. Die Imagination eines Ortes scheint ungleich relevanter zu werden, als der Ort selbst, zumal lange Flugreisen, hohen Reisekosten und Gefahren aller Art vermieden werden. So wird vieles zum Erlebnis, das sonst nur in weiter Ferne zu bekommen wäre und für dessen Authentizität und Originalität man sich beim klassischen Erleben langwierig und nachhaltig vorbereiten müsste. Das Als-ob-Prinzip erspart all diese Planung und ermöglicht ein temporäres Abtauchen ohne lästigen Zeitverlust.
Genau dieses Plus an Zeit gibt uns im Nachhinein die Möglichkeit das selbstdarstellerische Leben in den Sozialen Medien aufzubereiten. Wir genießen ein Leben, das den Glücksmoment nicht im Augenblick kennt, sondern erst in seiner Nachbereitung des Erlebten so richtig aufblüht. Es dreht sich fröhlich die Spirale aus Belohnung, wiederkehrendem Belohnungsbedürfnis, der erneuten Befriedigung mit eintreffender Belohnung und so weiter und so fort. Erleben mit allen Sinnen – und vor allem für seine eigenen Sinne – tritt in den Hintergrund. Das Erlebte wird folglich für Dritte erlebt. Der Wert eines Ausflugs orientiert sich nur noch an den Likes für einen Beitrag.

Schade, denn so finden Ruhesuchende sich doch wieder nur in einer kompetitiven Umgebung wieder und hätten auch in ihren Büros bleiben können!

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Denkmal der Jugend

Einst war uns die Jugend ein herrliches Fest,
öffneten sich Türen und Tore, gar manches Portal.
Segnete Unsinn den Leichtsinn,
statt Schwere die Leere.
Floss der Wein so rein, kristallklare Zähre.
Bejubelten wir Lenze durch Tänze,
niemand fand seine Grenze;
Die Scheide an der des Menschen Sinn überschnappt.
Wollen fliegen, doch sind vorm Schwindel nicht gefeit.
Einst hieltst du in der Reifezeit kaum einen Taumel fest,
erst heute er uns zweifeln lässt.
Bald zieht ein weiterer Lenz vorbei,
stößt Lawinen los, tritt Zweifel breit.
Findest du wohl zurück zum einstigen Schneid?
Macht sich aus der Intuition der Heiterkeit
die Institution des Zweifelns breit?
Es ist ein Schatten im Verstand, der in jedem von uns lebt!
Es ist mir als schluckte ich das heiße Gift der ewigen Qual,
Könnt besser kaum brennen, wir sind alle mortal.
Und zur letzten Stunde schluckt dich das Vergessen
und niemand erinnert sich an dich.
Hebst die Jugend auf ihren Throne,
sie hält den Zepter,
reichst du ihr die Krone?
Fortuna steh mir bei!

© Oliver W. Steinhäuser

Buch- und Medienblog im Interview mit Klett-Cotta

In der vergangenen Woche hatte der Buch- und Medienblog Besuch von Klett-Cotta. Im Gespräch erläuterte Oliver Steinhäuser die Besonderheiten der vier Krimis/Thriller „Die Fährte des Wolfes“, „Sie werden dich finden“, „Es klingelte an der Tür“ sowie „Helvetia 2.0“.

Ausführliche Buchbesprechungen zu den Titeln finden Sie hier:

Die Fährte des Wolfes

Sie werden dich finden

Es klingelte an der Tür

Helvetia 2.0

Aufgrund eines Wohnungsumzugs verabschiedet sich der Buch- und Medienblog vier Wochen lang in eine Umbaupause. Hier sieht am Ende aber alles aus wie immer!

Weiter geht es am 02. März  2018 mit einem Reisebericht aus Sizilien.

Verlosung: „Tiefe Saat“


Achtung, hier gibt es etwas zu gewinnen!


Seit Monaten vermuten Ermittler des BKA eine Terrorzelle, die in der deutschen Hauptstadt Attentate planen soll. Den Ermittlern sind bislang die Hände gebunden, denn keiner der observierten Verdächtigen scheint auch nur ansatzweise mit Vorbereitungen für einen Anschlag in Berlin beschäftigt zu sein…

In Kooperation mit Spreeside verlost der Buch- und Medienblog
fünf signierte Bücher des Politthriller „Tiefe Saat“.

Sei ein Gewinner!
und sende zur Teilnahme an der Verlosung einfach das Stichwort „Tiefe Saat“ an buchundmedienblog@gmx.de oder kommentiere diesen Blog-Beitrag.

Die Teilnahme an der Verlosung des Thrillers erstreckt sich über eine Woche und endet am Sonntag, den 29.10.2017. Beachten Sie auch, dass nur Teilnehmer mit deutscher Postanschrift an der Verlosung teilnehmen können!
Der Gewinner wird in der ersten November-Woche per E-Mail informiert!


Manchmal liegen Perlen direkt vor den Füßen. Diesmal wurde der Buch- und Medienblog darauf aufmerksam gemacht.

Ein gelungenes Buch!


„Der Reisebericht“ – Eine neue Rubrik für den Buch- und Medienblog

Der Buch- und Medienblog erweitert die Themen seiner Rezensionen.
Reiseberichte ergänzen künftig die vertrauten Leseberichte.

Die ersten Ziele sind bereits in Planung. Es geht ins Allgäu und danach an den Gardasee. Neben den stark frequentierten touristischen Attraktionen, die man gesehen haben muss, legt der Buch- und Medienblog gesteigerten Wert auf Ausflüge mit Entspannungsfaktor und Kontenance (aber ohne Wellnessoasen).


„Wenn wir vor zehn Jahren planlos Städte besucht haben, war das wichtigste an diesen Trips das Zusammensein mit den Mitreisenden. Zeit für kompromisslose und absolute Freundschafts- und Beziehungspflege. Sehenswürdigkeiten und Ausflüge standen dabei nicht im Fokus.“ (Oliver W. Steinhäuser)


Reisebericht vom Buch- und Medienblog_Stempel_Reisebericht_Oliver SteinhäuserAb heute sind es eben nicht mehr nur die Menschen, mit denen der Buch- und Medienblog etwas unternehmen möchte. Es sind auch die Städte, die Orte und die Regionen, die wir erleben möchten. Der spezielle Flair des Neuen und Unbekannten wird im Mittelpunkt unserer Berichte stehen. Für die Reiseberichte ist es wichtig, nicht nur über sehenswerte Orte, leckere Restaurants etc. zu schreiben, sondern auch eine besondere Geschichte, Eigenheit und geografische Außergewöhnlichkeit mitzuteilen. Dazu ist es – im Gegensatz zu den Reisen der letzten Dekade – wichtig zu planen. Das fängt bereits mit der Auswahl eines geeigneten Reiseführers an, geht über das Sondieren der darin beinhalteten Informationen und Tipps, bis zum eigentlichen Reiseerlebnis.

Die Reiseberichte bieten eine Dokumentation der Reiseplanung, über die Lektüre des Reisebuchs, der Planung der Ausflüge, deren Ausführung und dem Fazit. Die durch das Reisebuch/Reiseführer vermittelten Informationen und Tipps fließen in diese Punkte mit ein und sollen geprüft, ergänzt, und möglicherweise erweitert werden.

Da Reisen immer auf Individualität fußen, können nur Ausschnitte aus einem Titel betrachtet werden.

Welttag des Buches – Buchverlosung

Es ist wieder soweit! Heute ist der Welttag des Buches.

Bücher sind ein wunderbares Medium, um Menschen mit spannenden Geschichten zu unterhalten, sie zusammenzubringen und mit lehrreichen Beiträgen in ihrem persönlichen Reifungsprozess und dem Aufbau moralischen Verständnisses zu unterstützen.

Getreu des Motto des Buch- und Medienblogs „Du siehst, was du liest“ verlose ich „Mona“, ein Thriller zum Thema Cyberkriminalität.

Obwohl das Buch Schwachstellen im Spannungsbogen aufweist, ergeben sich aus dem Buch interessante Erkenntnisse zwischen zwei kulturell und religiös divergierenden Menschen.
Hier geht es zur Rezension!

Mona, buchblog, medien, thriller, cyberkriminalität, computervirusDie Teilnahme an der Verlosung des Thrillers erstreckt sich über eine Woche und endet am Sonntag, den 30.04.2017. Zur Teilnahme, kommentieren Sie diesen Beitrag. Beachten Sie auch, dass nur Teilnehmer mit deutscher Postanschrift an der Verlosung teilnehmen können!
Der Gewinner wird in der ersten Mai-Woche per E-Mail informiert!

Viel Spaß und einen schönen Tag des Buches!
Oliver W. Steinhäuser

 

Blogtour zu „Von allen guten Geistern“

In der kommenden Woche, vom 6 – 10. März 2017, veranstaltet der Pendragon Verlag zusammen mit fünf Bloggern eine Blogtour zu „Von allen guten Geistern“ von Andreas Kollender. An jedem dieser fünf Tage veröffentlicht jeweils einer der unten aufgeführten Blogs einen Beitrag zu dem kürzlich veröffentlichten Roman.

Wer all diese Beiträge aufmerksam liest, erhält die Chance auf einen spannenden Buchgewinn!

blogtour-header_Oliver Steinhaeuser_Buch_Blog_Literatur_Andreas Kollender_Von allen guten Geistern

Links zu den teilnehmenden Blogs:
https://seitengang.wordpress.com/
http://leckerekekse.de/wordpress/
https://buchundmedienblog.com/
https://diedunklenfelle.wordpress.com/
https://wortgestalt-buchblog.de/