Reisebericht aus Slowenien

Reisezeit: August

Auf der Suche nach unserem diesjährigen Ziel für den Sommerurlaub sind wir in Slowenien gelandet. Dabei hätten wir es, wie so viele Reisende in der Ferienzeit, fast wieder nur als Transitland auf dem Weg nach Kroatien durchreist. Doch wir entscheiden uns aktiv dagegen und möchten uns das kleine Land einmal näher anschauen. Mit im Gepäck hat der Buch- und Medienblog die Vollausstattung des Reiseknowhow Verlags: Landkarte, Reisebuch Slowenien, Sprachführer sowie einen Stadtführer für Ljubljana.

Auch unsere Unterkunft wählen wir ganz bewusst: Ein Pfarrhaus in dem touristisch beinahe nicht erschlossenen Dorf Vipavski Kriz im Vipava Tal zwischen Nova Gorica und Ajdovscina. Auch wenn dieses kleine schmucke Dorf, mit seinen schmalen Gassen in jedem Reiseführer Erwähnung findet, sind es doch überwiegend Tagesausflügler, die hier einen kurzen Stopp einlegen, um das besondere Flair des von zwei Kirchen und einer Stadtmauer umschlossenen Dorfs zu genießen. Die Perle des Vipava Tals wird das auf einem Hügel thronende Vipavski Kriz (dt. Heilig Kreuz) auch liebevoll bezeichnet.

Doch bevor die Unterkunft im Vipava Tal bezogen wird, machen wir Halt in Sloweniens Hauptstadt. Mit der Ljubljanica durchfließt der namensgebende Fluss die Altstadt und die darüber thronende Burg bogenförmig und lädt zum Flanieren und zu einer Bootsfahrt durch Ljubljanas Altstadt ein. Fünf Brücken in der Altstadt ermöglichen einen wunderbaren Spaziergang und den Blick von beiden Uferseiten. Wir schlendern auf dem im Stadtführer vorgeschlagenen Spaziergang, der an den schönsten Stellen der Altstadt entlangführt und Informationen darüber bereithält. Wir weichen nur dann davon ab, wenn er uns vom Ufer wegführt. Es ist das Leben und entspannte Treiben am Fluss, das wir in uns aufsaugen möchten. Durch die Vielzahl von Gassen, Restaurants und Bars kommt direkt Urlaubsfeeling auf. Das Leben findet auf den Straßen und den Terrassen der Gastronomen statt.
An den Spaziergang schließen wir die Erkundung Ljubljanas mit dem Boot an. Was von den Brücken so romantisch erscheint, relativiert sich auf dem Boot etwas. Es gibt keinerlei auditiven Informationen während unserer knapp einstündigen Fahrt und das Boot mit dem wir unterwegs sind ist mit einfachen Kunststoffklappstühlen bestuhlt. Das geht auch besser, sehen wir an den anderen Touristenbooten, die uns begegnen. Also Augen auf bei der Bootswahl, denn preislich liegen alle Anbieter mit 10 € p. P. identisch! Was uns erst später auffällt: Wir waren mit dem auf dem wirklich traumhaften Coverfoto des Stadtführers abgelichteten Boot unterwegs. Aufgenommen von der Ribja brv Fußgängerbrücke. (Anmerkung: Coverfoto der Ausgabe 2019)

Auch die Burg schauen wir uns an; nutzen die Standseilbahn unweit der Markthallen und des Markts sowie der Drachenbrücke für die Auffahrt. Wer die traumhafte Altstadt bereits voll erkundet und liebgewonnen hat wird beim Blick von oben dann wieder auf den Boden der Tatsachen gebracht. Die schöne Altstadt verschwindet unter den Bäumen des Burgbergs und der Blick tastet sich über eine ganz normale Stadt mit Industrieanlagen etc.

Am kommenden Mittag reisen wir auch schon weiter, verlassen das Parkhaus am kongrestni trg – das keinen 24 h Tarif ermöglicht, sondern stundengenau unsere 23 Stunden Parkzeit abrechnet – tauschen den Stadtführer durch das Reisebuch Slowenien und starten unsere einstündige Weiterfahrt in das Vipava Tal. So wie der Wechsel von regem modernem Treiben der Stadt hin zum traditionellen Leben in einem Kirchendorf, bringt auch das Reisebuch Slowenien nun einen deutlichen Wechsel zum Klassischen.

Auf Gluten- und Laktoseunverträglichkeit sind die slowenischen Supermärkte bestens vorbereitet. Selbst bei Hofer (Aldi) gibt es neben den eigenen Marken auch die der namhaften Hersteller. Die Spar Märkte bieten gar ein Zöliakie Schlaraffenland.

Das Burgdorf Stanjel besuchen wir an einem durchwachsenen Tag. Auf dem Parkplatz warten wir zunächst 20 Minuten, bis der Regenschauer über uns hinweggezogen ist. Die Zeit nutzen wir für ein kleines Picknick im Auto.
Stanjel erhält im Reisebuch Slowenien gleich eine doppelte optische Auszeichnung. Zuzüglich zum Gelben Marker, der die „Highlights der Region“ auszeichnet, sind die Informationen mit einem farblichen Fond hinterlegt. Hinterlegungen umklammern Exkurse, die sich besonders intensiv mit einer Sehenswürdigkeit beschäftigen. In diesem Eintrag hätte ich mir eine deutlichere Erwähnung des angeschlossenen Ferrari-Gartens gewünscht. Der Beschilderung zu diesem idyllischen Park in Stanjel sind wir – aufgrund seiner nur beiläufigen Erwähnung – leider nicht gefolgt. Die Konkurrenz ist an dieser Stelle präziser und stattet den Eintrag zu Stanjel sogar mit einem Foto des Parks im venezianischen Stil aus.

Ein ähnlicher Effekt ergibt sich, als wir am Bahnhof in Nova Gorica stehen und in nördlicher Richtung eine Bergkirche ausmachen, die von unten gesehen eher einer Festung gleicht. Da muss der Buch- und Medienblog natürlich hoch, um sich die Stadt auch von oben anzuschauen. In allerEuphorie und meiner Ungeduld ist es gar nicht so einfach die passende Info aus dem Reisebuch zu finden. Sveta Gora lautet ein Eintrag mit dem Hinweis, dass es sich dabei um eine der wichtigsten Marien-Pilgerstätten Sloweniens handle; Entfernung 9 km. Eine Adresse findet sich nicht, also fahre ich mit Blickkontakt in Richtung Norden und taste mich anhand der Straßenbeschilderung bis zur Wallfahrtskirche Sveta Gora. Und es ist der Ort, zu dem ich zu gelangen erhoffte.
Auch in dieser Situation hätte mir eine genauere Beschreibung mit einem Foto erheblich geholfen.
Ich sei ungeduldig, höre ich immer wieder. Umso wichtiger ist es mir, dass ich mich sofort orientieren und die benötigten Informationen zweifelsfrei finden kann.

Völlig unerwähnt bleibt leider das Solkan Viadukt der Transalpina Eisenbahnstrecke im Norden Nova Goricas. Über die Soca führt das weltweit größte Viadukt der Steinbauweise (gebaut ohne Mörtel etc.) hinauf über Most na Soci und Bled bis Jesenice an der österreichischen Grenze.

Zum Baden entdecken wir einige Kilometer von Idrija entfernt einen echten Geheimtipp.
Idrijska Bela nennt sich eine kleine Häuseransiedlung am Fluss Idrijca. Verlässt man dieses kleine Gebiet und folgt dem Sträßchen 800 m westwärts, so kommt man am Kopališče Lajšt an, einer aufgestauten Badestelle mit Treppenzugang ins Wasser, Grillmöglichkeiten und kleiner Imbissbewirtung. Touristen bilden hier eine Minderheit zwischen den Einheimischen der Region. Es ist jedoch alles auch für einen größeren Besucherandrang ausgelegt. So gibt es z. B. auch zwei PKW Parkplätze. Hier findet der Ruhesuchende aufgrund der Abgeschiedenheit Entspannung und das sogar an den Wochenenden der Sommerferien.

Eine weitere besondere Abkühlung findet der Urlauber in den Höhlen von Postojna.
Mit einem kleinen Zug werden die Besucher zunächst in das Innere des Höhlensystem Postojnska Jama gefahren. Unter sprachlicher Führung wird die Höhle gruppenweise erkundet. Betonierte Wege ermöglichen einen sicheren Spaziergang. Slowenische, englische, deutsche und italienische Gruppen werden von den Höhlenführern während der Tour informiert, für weitere Sprachen erhalten Touristen beim Ticketkauf Headsets.
Sobald die Gäste an der Haltestelle innerhalb der Höhle angelangt sind eröffnet sich ein gigantisches Bild aus Stalagmiten und Stalaktiten. Immer wieder staunen die Gäste über die Weiten und Tiefen, die sich im Höhlensystem der Postojnska Jama auftun. Für den Buch- und Medienblog war es unmöglich, diesen Eindruck und vor allem die Dimensionen fotografisch festzuhalten.

Nicht zu unterschätzen – gerade bei hohen Außentemperaturen – ist der Temperaturabfall auf 10° C im Höhleninneren. Darauf sollte man unbedingt vorbereitet sein!

Resümierend stelle ich fest, dass viele der Sehenswürdigkeiten in Sloweniens Westen, im Reisebuch des Reise-Know-How Verlags enthalten waren. Einige der vom Buch- und Medienblog besuchten Orte waren jedoch weniger detailliert beschrieben, als ich es mir gewünscht hätte. Im Zuge der Aktualisierung und Überarbeitung des Werkes hätten konsequenterweise auch die Fotos im Reisebuch einer genaueren Überprüfung und Aktualisierung unterzogen werden müssen. Das fällt gerade bei der Daumpenprobe im direkten Vergleich mit dem hauseigenen und ebenfalls neu aufgelegten Ljubljana Stadtführer auf. Hier stehen modern bearbeitete Fotos veraltetem Bildmaterial gegenüber.
Tipps und Anregungen zu kleinen Wanderungen findet der Leser direkt im Anschluss an die jeweiligen Städte/Regionen. Auszüge von Wanderkarten samt ausgearbeiteten Wegbeschreibungen für größere Wanderungen werden in einem extra Kapitel aufgeführt.
Positiv fallen auch die kleinen Karten der Stadt- bzw. Ortszentren auf. Sie sind zahlreich vertreten und geben einen ersten Eindruck der Ortschaften wieder. Zusammen mit der großen Slowenien Landkarte – ebenfalls im Verlagsprogramm – erleichtert es die geografische Verortung und somit die Anfahrt mit dem PKW.

Der Sprachführer „Kauderwelsch Slowenisch“ hat mich motiviert einige Grundlagen zu anzuwenden sowie die korrekte Aussprache zu erlernen. Einige Sprachbeispiele sind auch als Audios zusätzlich per QR-Code online abrufbar. Das ist sehr gut, da beispielsweise der Google Übersetzer keine große Hilfe ist.

Tipps des Buch- und Medienblog zur Reise per PKW:
Wer bei der An- und Abreise sehr günstig tanken möchte, kann dies auf der Tauernautobahn (A 10) kurz nach dem Grenzübertritt von Deutschland Richtung Österreich tun. An der Ausfahrt Nr. 8 Grödig ist ein Hofer (Aldi) mit angeschlossener Tankstelle. Hier tanken wir mit 1,15 €/l satte 0,40 €/l günstiger als an den Autobahntankstellen in Österreich. Zeit verlieren wir aufgrund der direkten Nähe zur Autobahn auch nicht.

Wer dazu auch Zeit sparen möchte, kann sich beim ADAC für die Mautstelle der Tauerntunnel (Tauernautobahn) sowie den Karawankentunnel freischalten lassen. Bezahlt wird dann beim ADAC, der für das PKW Kennzeichen eine Freischaltung der digitalen Maut einrichtet.

Ein Reisebericht von Oliver W. Steinhäuser


Reisebericht vom Buch- und Medienblog_Stempel_Reisebericht_Oliver SteinhäuserVorbereitung der Reise durch:

Daniela Schetar und FriedrichKöthe
Slowenien mit Triest
ISBN 978-3-8317-3335-4

Handgefertigte Bio-Naturseifen

*** Duschen ohne Plastik *** Vegan *** Unverpackt

BIO Naturseifen

Le Savon d’Ollie – Naturseifen

In den vergangenen Monaten habe ich Bio-Öle kaltverseift und daraus hautpflegende Naturseifen gefertigt. Neben der Erstellung eines hochwertigen Naturprodukts, lag ein weiteres Ziel in der Reduktion des Plastikmülls von Duschgel- & Shampooflaschen. 12 solcher Flaschen konnte ich somit in 2019 bereits einsparen.

Die Seifenstücke haben alle eine Reifungsdauer von mindestens 8 Wochen hinter sich und ich verziere sie lediglich mit einer Papierbanderole. Sie weisen eine Überfettung von ca. 6 % auf. Dies sorgt für eine angenehme Rückfettung der Haut und schützt sie vor dem Austrocknen.

Umweltschutz geht uns alle an.

Selbstgefertigte Seifen ♥ ein Beitrag der sich gewaschen hat

Wer an meinen veganen Bio-Naturseifen interessiert ist, kann sich gerne mit mir in Verbindung setzen. Ich gebe sehr gerne umfangreiche Infos zur Herstellung, zu den verwendeten Ölen oder den Herstellungsprozess. Die Basis bildet in jeder meiner Seifen pflegendes Bio-Olivenöl.

Diese 4 Sorten habe ich bislang hergestellt:

  • Grapefruit
  • Patchouli
  • Schwarzkümmel
  • Gewürzte Weihnachtsseife
Weniger = Mehr

Weniger = Mehr

 

 

 

 

Schadensbericht zu „Mach dieses Buch fertig“ von Keri Smith

Jeder kennt diesen Wunsch, besser nicht so lange auf einer Party geblieben zu sein. Zu gehen, bevor ein kritischer Punkt überschritten wird, der am kommenden Morgen bitter schmerzt. Nämlich der Moment einer jeden Feier, zu dem man sich am kommenden Morgen beim Erwachen fragt, wie es nur so weit kommen konnte.
Bierdosen, Weinflaschen, Papierfetzen, Kartoffel- und Käsestempel sowie getrocknete Kakaomasse sind kreuz und quer in der Wohnung verteilt. Mittendrin eine schwarze Kamera, die mich verlockend anschaut. „Seht eure Schandtaten an“, schreit sie mich förmlich an. Und ich nehme sie zur Hand, schalte den Wiedergabemodus an und erschrecke:
Es ist noch schlimmer, als ich dachte.

Eine Umzugsparty der besonderen Art wollte ich veranstalten. Den Freunden, die uns beim Aus- und Einräumen der Wohnung so tatkräftig geholfen hatten, einen besonderen Spaß bereiten. Was wäre da besser geeignet, als im Kollektiv etwas Kreatives zu schaffen.
An dieser Stelle kommt ein besonderes Buch ins Spiel. Eines, das seinem Leser Mut und Unerschrockenheit abverlangt. „Brich den Buchrücken“, weist es seinen Besitzer draufgängerisch an. „Reiß diese Seite heraus. Akzeptiere den Verlust“, spottet es weiter. Unglaubliche Anweisungen, beim dem der Puls eines jeden Bücherfans stockt. Doch mich, als Hersteller für Bücher, stellt dieses Diktat auf eine ganz besondere Probe:
Die Zerstörung meines täglichen Schaffens. Das kann ich unmöglich alleine durchstehen. Dazu brauche ich Verstärkung. Und die hole ich mir bei meinen Umzugshelfern, also meinen Freunden und Nachbarn. Auch sie sind teils Blogger oder Verlagshersteller und mein Vorhaben wird auch sie sicherlich ebenso stark treffen, wie mich.
Doch im Kollektiv – so meine Hoffnung – sind wir stark genug um einen Abend lang zu vergessen, womit wir sonst unser Geld verdienen:
Mit dem Kulturgut Buch.

Wie alles begann

Der Schock steht ihnen ins Gesicht geschrieben, als sie erfahren, was sich hinter meiner vagen Ankündigung eines „literarischen Happenings“ verbirgt. Doch ich lese auch eine gewisse Neugier in ihren Augen, nachdem sie den Bücherstapel auf dem Wohnzimmertisch liegen sehen.
Liegt die Autorin von „Mach dieses Buch fertig“ mit ihrem Untertitel „Erschaffen ist Zerstören“ vielleicht doch nicht so falsch?
Wir werden es erleben und am Ende ein Buch in den Händen halten, dessen Seiten beklebt, beschmiert und durchgekaut sind. Einige sind sogar herausgerissen, manche wieder eingeklebt, einige auf ewig verschwunden. Das Buch wird einen ganzen Abend lang erlebt, zum Kunstobjekt ernannt und unaufhaltsam bearbeitet. Mit dem Ansteigen des Alkoholpegels fällt zunehmend unsere Verlegenheit und wir beginnen, die Seiten mit den zerstörerischen Anweisungen, nicht konsequent zu überblättern, sondern sie zu befolgen. Koste es was es wolle.
Unter Gelächter, Herzklopfen und gegenseitigem Ansporn entsteht eine unaufhaltsame Gruppendynamik, die dazu führt, dass ich mich am Morgen danach schmutzig und schuldig fühle. Was haben wir da nur getan?

Warum steht ein angeleintes Buch im Flur?
Zum Trocknen, ist doch klar!

„Warum steht denn ein angeleintes Buch im Hausflur?“, fragt mich eine der Hausbewohnerinnen am folgenden Morgen erstaunt, als wir uns zufällig beim Bäcker begegnen. Und schon ist das letzte Foto des vorangegangenen Abends wieder präsent:
„Leine das Buch an. Gehe eine Runde mit ihm und schleife es hinter dir her.“
Ich sehe uns um unseren großen Esstisch sitzen, jeder eine Kordel in der Hand, die er um sein Buch bindet, um mit ihm als krönenden Abschluss Gassi zu gehen. Dass es mittlerweile zu regnen begonnen hat, bemerkte durch die geschlossenen Jalousien keiner. Doch es führt kein Weg daran vorbei. Wir haben dem Besuch versprochen, ihn und die Bücher zur U-Bahn zu begleiten. Ehrenworte werden eingehalten!
Doch genau dieser letzte Akt treibt uns auch noch nach Tagen danach in den Wahnsinn. Das arme Buch! Trotz mehrfachen wilden Schüttelns, fällt selbst heute immer noch Rollsplitt aus den Seiten.

Erst am späten Nachmittag, nach meinem Sportprogramm, bemerke ich in unserem Bad eine kleine Rettung aus den düster nachwirkenden Erinnerungen: Ein kleines Papierschiffchen steht zwischen unserer Anker- und Muscheldekoration neben der Dusche.
„Diese Seite beim Nachbarn verstecken“, lautet die Anweisung der Autorin für diese Seite und ich danke unserer Nachbarin, dass sie uns diesen Lichtblick beschert. Schnell blättere ich mein Exemplar durch, bis ich auf diese Seite stoße:
„Erstelle eine Liste mit weiteren Möglichkeiten, dieses Buch fertig zu machen“. Ich kralle mir ein Stift und notiere die Lösung meines Problems:

  • schneide alle vom Spaziergang beschmutzen Seiten, Buchkanten etc. weg

Ich vermutete bereits beim Aufkeimen dieser verrückten Idee, dass unsere Umzugshelferparty ein experimentelles Unterfangen werden würde. Dass es so emotional und begeisternd zugehen würde, konnte ich nicht ansatzweise ahnen. Deshalb freut es mich umso mehr!
Allen gehemmten sei zum Einstieg folgendes Buch zu empfehlen: „Mach einen Strich“.
Besonders Tapfere oder Fortgeschrittene dürfen ihren Mut auch direkt mit „Mach dieses Buch fertig“ testen. Doch Vorsicht! Ihr werdet euer Buch danach nie wieder in seinem ursprünglichen und unschuldigen Glanze sehen.

Keri Smith
Mach dieses Buch fertig
ISBN: 978-3-88897-914-9

Surrogate – Eine Welt aus Trug und Schein

Surrogate - Oliver W. Steinhäuser - LiteraturblogEs handelt sich nicht etwa um ein neues Raumschiff, auch wenn der Name dies auf den ersten Blick suggerieren könnte. Es handelt sich vielmehr um einen Ersatz, bestimmt für eine Welt des Scheins und der Ersatzstoffe, die mit geringem Einsatz ein neues Gefühl des kleinen Luxus vermitteln.

Zischend liegt das Steak auf dem Grill und verbreitet den Duft garenden Fleischs. Es ist April, und der Buch- und Medienblog eröffnet die Grillsaison. Knackend birst die Pelle der Wurst und holt  das rauchige Grillaroma bis ihr Inneres. Erst beim Biss in das vermeintliche Fleisch erkennt der Gelegenheitsgriller den Schlamassel. Eine Konsistenz, einzuordnen zwischen heißgefahrenen Semislicks von Michelin und viel zu hart gepresstem Weichkäse, verschreckt die orale Genusssucht und gesteht, was mit Süßstoff als Ersatz für Zucker seinen Anfang nahm: Das Surrogat.

Der Ersatzstoff für ein teures, unerträgliches oder gar zweifelhaftes Produkt. Das ist der Stoff, aus dem die Lebensmittelindustrie billige Ersatzstoffe zur Steigerung ihrer Margen in ihren Waren fabriziert. Denn die geschmacksverwandten Kunstprodukte reduzieren Produktionszeiten und -kosten und sollen dennoch Geschmackswunder produzieren.
Derlei Tricksereien haben früher die Menschen hochgradig empört. Heute gieren sie förmlich danach: Fleisch aus Pflanzen, Kaffee ohne Koffein und Bier ohne Alkohol. Die Lebensmittelproduzenten kommen diesen Wünschen nur allzu gerne nach, haben sie doch immer das Auge auf den Absätzen. Nebenbei produzieren sie dann einfach noch den sogenannten Analogkäse, der dank Palmöl, Wasser, Stärke, Aromen und Emulgatoren ein tolles Käsesurrogat auf den Tisch legt. Schmilzt schön, schmeckt schön, sieht einigermaßen gut aus, riecht dank moderner Duftstoffe annehmbar und ist sogar vegan. Enthielte dieser Käse kein Palmöl, wäre er sogar politisch korrekt.
Da hat jeder Bergbauer mit seinen 25 freilaufenden, handgemolkenen, mit Mozart beschallten Kühen das Nachsehen!

Was mit Austauschstoffen in der Nahrungsmittelindustrie begonnen hat, findet mittlerweile in beinahe allen Lebensbereichen der durch Schnelligkeit und Konkurrenzdenken getriebenen Gesellschaft statt: immer bessere Ersatzprodukte des erträumten Luxus:
Die Getriebenen finden ihren Seelenfrieden auf künstlich angelegten Stadtstränden, begrünten Dachterrassen oder in Freizeitbädern wie dem „Tropical Islands“. Der Traum aus Südseefeeling mit Palmen, türkis angehauchtem Wasser und einem importierten Sandstrand vermitteln ganz neue Wellnesshochgefühle.
Kulisse hin Kulisse her, die Fotopostings in Sozialen Medien lässt das kühl. Karibik und Karibikfeeling kennt keine Unterschiede. Unsere Gesellschaft beginnt, sich mit dem Leben in einer Kulisse zu begnügen. Moderne Zeiten verlangen moderne Konzepte. Das wirklich Wahre ist räumlich oft weit entfernt, da bietet das Als-ob-Prinzip mittels immer neuer Surrogate schnelle Abhilfe und vermittelt Zufriedenheit. Ein Gewinn, betrachtet man den stetig steigenden Aufwand der alltäglichen Realitätsbewältigung.
Die Sehnsucht hat die Ebene der rein ernährungspolitischen Korrektheit längst durchbrochen. Die Imagination eines Ortes scheint ungleich relevanter zu werden, als der Ort selbst, zumal lange Flugreisen, hohen Reisekosten und Gefahren aller Art vermieden werden. So wird vieles zum Erlebnis, das sonst nur in weiter Ferne zu bekommen wäre und für dessen Authentizität und Originalität man sich beim klassischen Erleben langwierig und nachhaltig vorbereiten müsste. Das Als-ob-Prinzip erspart all diese Planung und ermöglicht ein temporäres Abtauchen ohne lästigen Zeitverlust.
Genau dieses Plus an Zeit gibt uns im Nachhinein die Möglichkeit das selbstdarstellerische Leben in den Sozialen Medien aufzubereiten. Wir genießen ein Leben, das den Glücksmoment nicht im Augenblick kennt, sondern erst in seiner Nachbereitung des Erlebten so richtig aufblüht. Es dreht sich fröhlich die Spirale aus Belohnung, wiederkehrendem Belohnungsbedürfnis, der erneuten Befriedigung mit eintreffender Belohnung und so weiter und so fort. Erleben mit allen Sinnen – und vor allem für seine eigenen Sinne – tritt in den Hintergrund. Das Erlebte wird folglich für Dritte erlebt. Der Wert eines Ausflugs orientiert sich nur noch an den Likes für einen Beitrag.

Schade, denn so finden Ruhesuchende sich doch wieder nur in einer kompetitiven Umgebung wieder und hätten auch in ihren Büros bleiben können!

Denkmal der Jugend

Einst war uns die Jugend ein herrliches Fest,
öffneten sich Türen und Tore, gar manches Portal.
Segnete Unsinn den Leichtsinn,
statt Schwere die Leere.
Floss der Wein so rein, kristallklare Zähre.
Bejubelten wir Lenze durch Tänze,
niemand fand seine Grenze;
Die Scheide an der des Menschen Sinn überschnappt.
Wollen fliegen, doch sind vorm Schwindel nicht gefeit.
Einst hieltst du in der Reifezeit kaum einen Taumel fest,
erst heute er uns zweifeln lässt.
Bald zieht ein weiterer Lenz vorbei,
stößt Lawinen los, tritt Zweifel breit.
Findest du wohl zurück zum einstigen Schneid?
Macht sich aus der Intuition der Heiterkeit
die Institution des Zweifelns breit?
Es ist ein Schatten im Verstand, der in jedem von uns lebt!
Es ist mir als schluckte ich das heiße Gift der ewigen Qual,
Könnt besser kaum brennen, wir sind alle mortal.
Und zur letzten Stunde schluckt dich das Vergessen
und niemand erinnert sich an dich.
Hebst die Jugend auf ihren Throne,
sie hält den Zepter,
reichst du ihr die Krone?
Fortuna steh mir bei!

© Oliver W. Steinhäuser

Buch- und Medienblog im Interview mit Klett-Cotta

In der vergangenen Woche hatte der Buch- und Medienblog Besuch von Klett-Cotta. Im Gespräch erläuterte Oliver Steinhäuser die Besonderheiten der vier Krimis/Thriller „Die Fährte des Wolfes“, „Sie werden dich finden“, „Es klingelte an der Tür“ sowie „Helvetia 2.0“.

Ausführliche Buchbesprechungen zu den Titeln finden Sie hier:

Die Fährte des Wolfes

Sie werden dich finden

Es klingelte an der Tür

Helvetia 2.0

Aufgrund eines Wohnungsumzugs verabschiedet sich der Buch- und Medienblog vier Wochen lang in eine Umbaupause. Hier sieht am Ende aber alles aus wie immer!

Weiter geht es am 02. März  2018 mit einem Reisebericht aus Sizilien.

Verlosung: „Tiefe Saat“


Achtung, hier gibt es etwas zu gewinnen!


Seit Monaten vermuten Ermittler des BKA eine Terrorzelle, die in der deutschen Hauptstadt Attentate planen soll. Den Ermittlern sind bislang die Hände gebunden, denn keiner der observierten Verdächtigen scheint auch nur ansatzweise mit Vorbereitungen für einen Anschlag in Berlin beschäftigt zu sein…

In Kooperation mit Spreeside verlost der Buch- und Medienblog
fünf signierte Bücher des Politthriller „Tiefe Saat“.

Sei ein Gewinner!
und sende zur Teilnahme an der Verlosung einfach das Stichwort „Tiefe Saat“ an buchundmedienblog@gmx.de oder kommentiere diesen Blog-Beitrag.

Die Teilnahme an der Verlosung des Thrillers erstreckt sich über eine Woche und endet am Sonntag, den 29.10.2017. Beachten Sie auch, dass nur Teilnehmer mit deutscher Postanschrift an der Verlosung teilnehmen können!
Der Gewinner wird in der ersten November-Woche per E-Mail informiert!


Manchmal liegen Perlen direkt vor den Füßen. Diesmal wurde der Buch- und Medienblog darauf aufmerksam gemacht.

Ein gelungenes Buch!