Reisebericht aus Slowenien

Reisezeit: August

Auf der Suche nach unserem diesjährigen Ziel für den Sommerurlaub sind wir in Slowenien gelandet. Dabei hätten wir es, wie so viele Reisende in der Ferienzeit, fast wieder nur als Transitland auf dem Weg nach Kroatien durchreist. Doch wir entscheiden uns aktiv dagegen und möchten uns das kleine Land einmal näher anschauen. Mit im Gepäck hat der Buch- und Medienblog die Vollausstattung des Reiseknowhow Verlags: Landkarte, Reisebuch Slowenien, Sprachführer sowie einen Stadtführer für Ljubljana.

Auch unsere Unterkunft wählen wir ganz bewusst: Ein Pfarrhaus in dem touristisch beinahe nicht erschlossenen Dorf Vipavski Kriz im Vipava Tal zwischen Nova Gorica und Ajdovscina. Auch wenn dieses kleine schmucke Dorf, mit seinen schmalen Gassen in jedem Reiseführer Erwähnung findet, sind es doch überwiegend Tagesausflügler, die hier einen kurzen Stopp einlegen, um das besondere Flair des von zwei Kirchen und einer Stadtmauer umschlossenen Dorfs zu genießen. Die Perle des Vipava Tals wird das auf einem Hügel thronende Vipavski Kriz (dt. Heilig Kreuz) auch liebevoll bezeichnet.

Doch bevor die Unterkunft im Vipava Tal bezogen wird, machen wir Halt in Sloweniens Hauptstadt. Mit der Ljubljanica durchfließt der namensgebende Fluss die Altstadt und die darüber thronende Burg bogenförmig und lädt zum Flanieren und zu einer Bootsfahrt durch Ljubljanas Altstadt ein. Fünf Brücken in der Altstadt ermöglichen einen wunderbaren Spaziergang und den Blick von beiden Uferseiten. Wir schlendern auf dem im Stadtführer vorgeschlagenen Spaziergang, der an den schönsten Stellen der Altstadt entlangführt und Informationen darüber bereithält. Wir weichen nur dann davon ab, wenn er uns vom Ufer wegführt. Es ist das Leben und entspannte Treiben am Fluss, das wir in uns aufsaugen möchten. Durch die Vielzahl von Gassen, Restaurants und Bars kommt direkt Urlaubsfeeling auf. Das Leben findet auf den Straßen und den Terrassen der Gastronomen statt.
An den Spaziergang schließen wir die Erkundung Ljubljanas mit dem Boot an. Was von den Brücken so romantisch erscheint, relativiert sich auf dem Boot etwas. Es gibt keinerlei auditiven Informationen während unserer knapp einstündigen Fahrt und das Boot mit dem wir unterwegs sind ist mit einfachen Kunststoffklappstühlen bestuhlt. Das geht auch besser, sehen wir an den anderen Touristenbooten, die uns begegnen. Also Augen auf bei der Bootswahl, denn preislich liegen alle Anbieter mit 10 € p. P. identisch! Was uns erst später auffällt: Wir waren mit dem auf dem wirklich traumhaften Coverfoto des Stadtführers abgelichteten Boot unterwegs. Aufgenommen von der Ribja brv Fußgängerbrücke. (Anmerkung: Coverfoto der Ausgabe 2019)

Auch die Burg schauen wir uns an; nutzen die Standseilbahn unweit der Markthallen und des Markts sowie der Drachenbrücke für die Auffahrt. Wer die traumhafte Altstadt bereits voll erkundet und liebgewonnen hat wird beim Blick von oben dann wieder auf den Boden der Tatsachen gebracht. Die schöne Altstadt verschwindet unter den Bäumen des Burgbergs und der Blick tastet sich über eine ganz normale Stadt mit Industrieanlagen etc.

Am kommenden Mittag reisen wir auch schon weiter, verlassen das Parkhaus am kongrestni trg – das keinen 24 h Tarif ermöglicht, sondern stundengenau unsere 23 Stunden Parkzeit abrechnet – tauschen den Stadtführer durch das Reisebuch Slowenien und starten unsere einstündige Weiterfahrt in das Vipava Tal. So wie der Wechsel von regem modernem Treiben der Stadt hin zum traditionellen Leben in einem Kirchendorf, bringt auch das Reisebuch Slowenien nun einen deutlichen Wechsel zum Klassischen.

Auf Gluten- und Laktoseunverträglichkeit sind die slowenischen Supermärkte bestens vorbereitet. Selbst bei Hofer (Aldi) gibt es neben den eigenen Marken auch die der namhaften Hersteller. Die Spar Märkte bieten gar ein Zöliakie Schlaraffenland.

Das Burgdorf Stanjel besuchen wir an einem durchwachsenen Tag. Auf dem Parkplatz warten wir zunächst 20 Minuten, bis der Regenschauer über uns hinweggezogen ist. Die Zeit nutzen wir für ein kleines Picknick im Auto.
Stanjel erhält im Reisebuch Slowenien gleich eine doppelte optische Auszeichnung. Zuzüglich zum Gelben Marker, der die „Highlights der Region“ auszeichnet, sind die Informationen mit einem farblichen Fond hinterlegt. Hinterlegungen umklammern Exkurse, die sich besonders intensiv mit einer Sehenswürdigkeit beschäftigen. In diesem Eintrag hätte ich mir eine deutlichere Erwähnung des angeschlossenen Ferrari-Gartens gewünscht. Der Beschilderung zu diesem idyllischen Park in Stanjel sind wir – aufgrund seiner nur beiläufigen Erwähnung – leider nicht gefolgt. Die Konkurrenz ist an dieser Stelle präziser und stattet den Eintrag zu Stanjel sogar mit einem Foto des Parks im venezianischen Stil aus.

Ein ähnlicher Effekt ergibt sich, als wir am Bahnhof in Nova Gorica stehen und in nördlicher Richtung eine Bergkirche ausmachen, die von unten gesehen eher einer Festung gleicht. Da muss der Buch- und Medienblog natürlich hoch, um sich die Stadt auch von oben anzuschauen. In allerEuphorie und meiner Ungeduld ist es gar nicht so einfach die passende Info aus dem Reisebuch zu finden. Sveta Gora lautet ein Eintrag mit dem Hinweis, dass es sich dabei um eine der wichtigsten Marien-Pilgerstätten Sloweniens handle; Entfernung 9 km. Eine Adresse findet sich nicht, also fahre ich mit Blickkontakt in Richtung Norden und taste mich anhand der Straßenbeschilderung bis zur Wallfahrtskirche Sveta Gora. Und es ist der Ort, zu dem ich zu gelangen erhoffte.
Auch in dieser Situation hätte mir eine genauere Beschreibung mit einem Foto erheblich geholfen.
Ich sei ungeduldig, höre ich immer wieder. Umso wichtiger ist es mir, dass ich mich sofort orientieren und die benötigten Informationen zweifelsfrei finden kann.

Völlig unerwähnt bleibt leider das Solkan Viadukt der Transalpina Eisenbahnstrecke im Norden Nova Goricas. Über die Soca führt das weltweit größte Viadukt der Steinbauweise (gebaut ohne Mörtel etc.) hinauf über Most na Soci und Bled bis Jesenice an der österreichischen Grenze.

Zum Baden entdecken wir einige Kilometer von Idrija entfernt einen echten Geheimtipp.
Idrijska Bela nennt sich eine kleine Häuseransiedlung am Fluss Idrijca. Verlässt man dieses kleine Gebiet und folgt dem Sträßchen 800 m westwärts, so kommt man am Kopališče Lajšt an, einer aufgestauten Badestelle mit Treppenzugang ins Wasser, Grillmöglichkeiten und kleiner Imbissbewirtung. Touristen bilden hier eine Minderheit zwischen den Einheimischen der Region. Es ist jedoch alles auch für einen größeren Besucherandrang ausgelegt. So gibt es z. B. auch zwei PKW Parkplätze. Hier findet der Ruhesuchende aufgrund der Abgeschiedenheit Entspannung und das sogar an den Wochenenden der Sommerferien.

Eine weitere besondere Abkühlung findet der Urlauber in den Höhlen von Postojna.
Mit einem kleinen Zug werden die Besucher zunächst in das Innere des Höhlensystem Postojnska Jama gefahren. Unter sprachlicher Führung wird die Höhle gruppenweise erkundet. Betonierte Wege ermöglichen einen sicheren Spaziergang. Slowenische, englische, deutsche und italienische Gruppen werden von den Höhlenführern während der Tour informiert, für weitere Sprachen erhalten Touristen beim Ticketkauf Headsets.
Sobald die Gäste an der Haltestelle innerhalb der Höhle angelangt sind eröffnet sich ein gigantisches Bild aus Stalagmiten und Stalaktiten. Immer wieder staunen die Gäste über die Weiten und Tiefen, die sich im Höhlensystem der Postojnska Jama auftun. Für den Buch- und Medienblog war es unmöglich, diesen Eindruck und vor allem die Dimensionen fotografisch festzuhalten.

Nicht zu unterschätzen – gerade bei hohen Außentemperaturen – ist der Temperaturabfall auf 10° C im Höhleninneren. Darauf sollte man unbedingt vorbereitet sein!

Resümierend stelle ich fest, dass viele der Sehenswürdigkeiten in Sloweniens Westen, im Reisebuch des Reise-Know-How Verlags enthalten waren. Einige der vom Buch- und Medienblog besuchten Orte waren jedoch weniger detailliert beschrieben, als ich es mir gewünscht hätte. Im Zuge der Aktualisierung und Überarbeitung des Werkes hätten konsequenterweise auch die Fotos im Reisebuch einer genaueren Überprüfung und Aktualisierung unterzogen werden müssen. Das fällt gerade bei der Daumpenprobe im direkten Vergleich mit dem hauseigenen und ebenfalls neu aufgelegten Ljubljana Stadtführer auf. Hier stehen modern bearbeitete Fotos veraltetem Bildmaterial gegenüber.
Tipps und Anregungen zu kleinen Wanderungen findet der Leser direkt im Anschluss an die jeweiligen Städte/Regionen. Auszüge von Wanderkarten samt ausgearbeiteten Wegbeschreibungen für größere Wanderungen werden in einem extra Kapitel aufgeführt.
Positiv fallen auch die kleinen Karten der Stadt- bzw. Ortszentren auf. Sie sind zahlreich vertreten und geben einen ersten Eindruck der Ortschaften wieder. Zusammen mit der großen Slowenien Landkarte – ebenfalls im Verlagsprogramm – erleichtert es die geografische Verortung und somit die Anfahrt mit dem PKW.

Der Sprachführer „Kauderwelsch Slowenisch“ hat mich motiviert einige Grundlagen zu anzuwenden sowie die korrekte Aussprache zu erlernen. Einige Sprachbeispiele sind auch als Audios zusätzlich per QR-Code online abrufbar. Das ist sehr gut, da beispielsweise der Google Übersetzer keine große Hilfe ist.

Tipps des Buch- und Medienblog zur Reise per PKW:
Wer bei der An- und Abreise sehr günstig tanken möchte, kann dies auf der Tauernautobahn (A 10) kurz nach dem Grenzübertritt von Deutschland Richtung Österreich tun. An der Ausfahrt Nr. 8 Grödig ist ein Hofer (Aldi) mit angeschlossener Tankstelle. Hier tanken wir mit 1,15 €/l satte 0,40 €/l günstiger als an den Autobahntankstellen in Österreich. Zeit verlieren wir aufgrund der direkten Nähe zur Autobahn auch nicht.

Wer dazu auch Zeit sparen möchte, kann sich beim ADAC für die Mautstelle der Tauerntunnel (Tauernautobahn) sowie den Karawankentunnel freischalten lassen. Bezahlt wird dann beim ADAC, der für das PKW Kennzeichen eine Freischaltung der digitalen Maut einrichtet.

Ein Reisebericht von Oliver W. Steinhäuser


Reisebericht vom Buch- und Medienblog_Stempel_Reisebericht_Oliver SteinhäuserVorbereitung der Reise durch:

Daniela Schetar und FriedrichKöthe
Slowenien mit Triest
ISBN 978-3-8317-3335-4

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