Blogtour zu „Von allen guten Geistern“

In der kommenden Woche, vom 6 – 10. März 2017, veranstaltet der Pendragon Verlag zusammen mit fünf Bloggern eine Blogtour zu „Von allen guten Geistern“ von Andreas Kollender. An jedem dieser fünf Tage veröffentlicht jeweils einer der unten aufgeführten Blogs einen Beitrag zu dem kürzlich veröffentlichten Roman.

Wer all diese Beiträge aufmerksam liest, erhält die Chance auf einen spannenden Buchgewinn!

blogtour-header_Oliver Steinhaeuser_Buch_Blog_Literatur_Andreas Kollender_Von allen guten Geistern

Links zu den teilnehmenden Blogs:
https://seitengang.wordpress.com/
http://leckerekekse.de/wordpress/
https://buchundmedienblog.com/
https://diedunklenfelle.wordpress.com/
https://wortgestalt-buchblog.de/

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Lesebericht zu „Guilty – Doppelte Rache“ von Lisa Jackson

Guilty - Doppelte Rache von Lisa Jackson, Buchblog Oliver Steinhäuser_Rezension_InhaltsangabeEin brutaler Ritualmörder hat es auf Zwillingspärchen abgesehen. Seine Opfer, ausschließlich weibliche Zwillingsgeschwister, entführt kurz vor deren 21. Geburtstag, dem Übertritt aus dem Jugendalter zur Volljährigkeit. Doch der während eines Indizienprozesses verurteilte Täter sitzt in Haft. Detective Bentz und Montoya kämpfen mit Widersprüchen und der aktuelle Vermisstenfall der Denning-Zwillingsmädchen involviert immer mehr Menschen, bei denen nicht ersichtlich wird, wie und ob sie in diesem Spiel mitwirken.

Jahrelang ist es ruhig um den 21er-Killer, als plötzlich zwei Mädchen spurlos verschwinden. Handelt es sich hierbei um einen Trittbrettfahrer oder unterlief der Justiz ein Fehler und der wahre 21er-Killer läuft seit Jahren frei umher?
Das Buch steckt voller Geschichten um Zwillinge, deren besonderen Verbindungen zueinander und die Folgen eines Verlusts.
Während Zwillinge mit Verlusterfahrung sich in der Selbsthilfegruppe der „Zwillinglosen Zwillinge“ treffen, um über ihre Traumata zu sprechen, wachen Zoe und Chloe Denning in einem feuchten und kalten Verlies auf. Vor ihnen arbeitet ein bulliger Mann unerlässlich an abstrusen Vorbereitungen und trällert „Happy Birthday“. Beide fürchten, dass sie dem Monster nicht entkommen werden und dies ihr Todesurteil zu werden droht. Doch Zoe gibt nicht auf und ihr gelingt es tatsächlich sich zu befreien und ihren Peiniger außer Gefecht zu setzen. Zumindest so lang, dass sie ihre Schwester ebenfalls befreien und mit ihr fliehen kann. Temporär. Denn während es Zoe gelingt zu entkommen, wird Chloe wieder eingefangen. Doch der Mörder muss die ältere der beiden Zwillinge auch unbedingt wieder einfangen. Sie muss nämlich als erstes sterben. So sieht es sein Plan vor und Ordnung muss sein!

Die Flucht, die Suche und das Wiedereinfangen der Zwillinge stellen die großen Spannungsmomente in „Guilty“, auch wenn der Leser gelegentlich selbst zu verzweifeln beginnt: Die beiden Zwillinge haben so viele Chancen ergriffen und scheinen es aus den Fängen des Irren zu schaffen. Getrennt voneinander müssen sie jedoch mit derben Rückschlägen kämpfen, nichtwissend wie es dem anderen geht und ob er es weiter geschafft hat.


Die schiere Zwillingsflut schränkt die Verständlichkeit beim Lesen nicht ein,
sie macht es jedoch sehr komplex, in einer Rezension etwas darüber zu schreiben.


Das Schöne an der New Orleans Reihe mit Detective Rick Bentz und Reuben Montoya ist, dass Lisa Jackson Verbindungen zwischen den Büchern herstellt, die dem Leser Vertrautes und Bekanntes in Erinnerung rufen. Dabei ist es irrelevant, ob man alle Reihentitel kennt und gelesen hat. Der Buch- und Medienblog hat selbst nur „Pain. Bitter sollst du büßen“ und „Desire“ (Band 1. & 7. der Reihe) gelesen. Jackson setzt im aktuellen Band „Guilty“ mit dem „Rosenkranzmörder“ eine Klammer um den aktuellen Fall und lässt den Leser in der Hoffnung auf weitere Fälle mit dem Ermittlerduo Bentz und Montoya zurück. Für Bentz rückt die Möglichkeit der Rente kontinuierlich näher und er befindet sich mittlerweile an einem Punkt, an dem er den Ruhestand zumindest nicht gänzlich ins Abseits drängt. Doch bevor er sich aus dem aktiven Dienst verabschieden würde, muss er den „Rosenkranzmörder“ unbedingt noch dingfest machen!

Lisa Jackson
Guilty – Doppelte Rache
ISBN: 978-3-426-65395-1

Verschwörungstheorien à la Carte – Entstehung und Ursprung von Verschwörungstheorien

Februar / Tag 3  →  2/3 = 0,666
666 = die Zahl des Teufels

Verschwörung, Great Seal of the United States, Blog, Oliver Steinhaeuser

Das „Große Siegel der Vereinigten Staaten“

Verschwörungstheorien und der Glaube an Geheimbünde haben, seit den Terroranschlägen des 11. September 2001, eine verstärkte Anziehungskraft auf die moderne Gesellschaft. Es tauchen Menschen auf, die noch weiter gehen und die Mondlandung der Amerikaner für eine in Fernsehstudios nachgestellte Szenerie halten und dies mit scheinbar glaubwürdigen Beweisen belegen wollen.
Schnell kommt die Frage nach der Verbreitung solcher Theorien auf, und warum sie uns seit einigen Jahren so präsent erscheinen? Ein entscheidender Faktor ist die Verbreitung des Internets und der Möglichkeit der Interaktion, im „Web 2.0“. Durch soziale und interaktive Medien erleben wir eine verstärkte Sichtbarkeit der Subkulturen deren Kommunikation sich in den siebziger oder achtziger Jahren noch auf analoger Ebene befand. Aufgrund dieser Zugänglichkeit tritt das Narrativ einer Verschwörung zunehmend in eine breitere Öffentlichkeit. Einer Öffentlichkeit auf der Suche nach Bestätigung ihrer Zweifel, die nach der Gruppe sucht, die im Hintergrund alles heimlich plant und steuert.

Doch wo kommt der Verschwörungsglaube an eine höherstehende Macht oder Institution her? Geschichtlich betrachtet rührt er primär von der Säkularisierung. Denn mit ihr entfiel der Glaube an eine göttliche Instanz, die alle Fäden in Händen hielt. Zugleich waren die Menschen im 18. Jahrhundert nicht zur Einsicht bereit, dass komplexe Gesellschaften Dinge hervorbrachten, die ihr nicht explizit intendiert wurden. Es musste also jemanden geben, der alles geplant hat. Gott konnte es aufgrund der vorangegangenen Aufklärung nicht mehr sein. Begünstigend kommt hinzu, dass Expertenwissen nicht mehr als Gegebenheit angesehen wird, sondern – man danke an Wikipedia – stärker hinterfragt und sogar erstellt werden kann. Das Infrage stellen klassischer Wissenshierarchien kann unsere Gesellschaft weiterentwickeln, doch birgt es in der Komplexität unseres Daseins ebenso Gefahren: Denn das Individuum entscheidet sich aus einem Grundgefühl heraus für eine Einstellung und sucht sich im Anschluss die dazu passenden Argumente. Mit Auswahl dieser entsteht um einen Menschen und seiner Identität ein Realitätstunnel, in dem sich seine subjektive Meinung manifestiert. (Mehr zu Realitätstunneln & Interaktion finden Sie auf dem Blog von Thomas Heindl)
Dieser identitätsprägende Prozess festigt Einstellungen und Ansichten zu Themen, die – gleich eines Tunnelblicks – aus dem Blickfeld ragen und weniger objektiv reflektiert werden als neutral betrachtete Themen. Wobei sich an dieser Stelle die Frage der Existenz von Neutralität stellt:
Gibt es so etwas überhaupt? Oder sind wir nicht bereits ab Kenntnis eines Umstandes mit dem Abgleich von uns bekannten Mustern und dem Abwägen beschäftigt und verfälschen die Objektivität?

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Lexikon der Verschwörungstheorien

Wem auf der Suche nach Argumenten die Quellen versiegen, kann sich im „Lexikon der Verschwörungstheorien“ von Robert Anton Wilson auf die Suche begeben. In diesem Arsenal der Verschwörungstheorien findet sich gleichermaßen Bekanntes sowie Unbekanntes. Der Verschwörungsinteressierte sollte während seiner Lektüre nicht linear lesen, sondern die Sprungmarken zu verwandten Themen als Einladung ins Unbekannte nutzen und sich mit ihrer Hilfe durch das Lexikon treiben lassen. Auch wenn die Anmutung des „Lexikon der Verschwörungstheorien“ eher einen spannenden Roman suggeriert, ist es doch ein Lexikon, dessen Verwendung konsultierend vonstattengeht.

Es lohnt sich auch ein Besuch bei Jimmy Novakin, der auf seinem Blog zwischen Religion, Geistern und Mysterie beispielsweise auch Verschwörungen mit Sarkasmus kombiniert und dabei unterhaltende Auszeiten bietet.