Lesebericht zu „Dunkels Gesetz“ von Sven Heuchert

Dunkels Gesetz_Sven Heuchert_Rezension von Oliver Steinhaeuser_Blog_Buchblog_KrimiAls Richard Dunkel den Auftrag zur Grundstücksbewachung annimmt, ahnt er nichts von den kriminellen Machenschaften des Tankstellenbesitzers Achim und seinen Freunden. Diese erhoffen sich durch den Einstieg in den Drogenhandel ein besseres und sorgenfreies Leben. Auch sie wollen ein Stück des riesigen Kuchens aus dreckigem Geld abbekommen und aus ihrem perspektivenlosen Dasein ausbrechen. Eine Existenz aus schlechter Laune, dem antipathischem Begehren einer Schutzbefohlenen und dem dummen Irrglaube an ein existenzsicheres Leben durch Drogenherstellung und -handel.


Wer sich diesen Kriminalroman zulegt, sollte unbedingt beachten, dass es sich um einen Krimi-Noir handelt!


Dunkel bezieht einen Campingwagen auf dem Gelände der stillgelegten Chemiefabrik. Von hier hat er den besten Blick über das abgesperrte Areal und gibt sich seiner Tätigkeit als Wachmann hin. Wesentlich ausgeprägter gibt er sich jedoch seiner Larmoyanz hin. Ein Grübeln über die alten Zeiten, als er noch Söldner war. Aus dieser Zeit verpasste er den Absprung ins Jetzt, sodass Gegenwart und Vergangenheit wie zwei Gewichte an ihm und seinem Gemüt zerren. Alkohol für seine einsamen Nächte kauft er in Achims Tankstelle. Dem wird er zunehmend ein Dorn im Auge, da Dunkel sich zunehmend für die Geschichte eines Jungen interessiert, dessen Todesumstände nie lückenlos aufgeklärt wurden. Weiterhin gefährdet Dunkels Neugier zunehmend die Drogenherstellung Achims und seiner Freunde.

„Dunkels Gesetz“ ist durch stumpfe und abgehakte Dialoge dominiert. Die dadurch erzeugte Gleichgültigkeit und Antriebslosigkeit der Charaktere ist typisch für einen „Krimi Noir“. Noir ist keine Genrekennzeichnung, sondern präzisiert die Art der Grundstimmung in einem Werk. Wie alle Romane oder Filme dieser Gattung, verträgt auch „Dunkels Gesetz“ keine Hektik, aufregende Verfolgungsjagden oder Schusswechsel. Dadurch ergibt sich für den Leser lediglich eine latente Wahrnehmung von Gewalt und Bedrohung.
Ein toter Junge – Ermittlungen eingestellt; eine saufende Alte – wir kennen sie kaum; Richard Dunkels traumatische Vergangenheit – wir erfahren nichts darüber; Achims neue Freundin – kommt irgendwoher aus der Stadt aber keiner kennt sie. Es ist frustrierend! Wenn man Detailreichtum gewohnt ist, macht das Fehlen von Hintergrundinformationen nervös. Doch das ist das Konzept: Absichtliche Informationslücken und dass das Unklare einfach ungeklärt bleibt.

Sven Heuchert
Dunkels Gesetz
ISBN-13 9783550081781

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