Lesebericht zu „Braune Orchideen“ von Andreas Schnabel

Sie lesen gerne im Zug, in der U-Bahn oder sonstigen lauten Umgebungen? Kein Problem, Krach hindert die Entwicklung der Geschichte zu keiner Zeit.andreas-schnabel-braune-orchideen

Klappentext:
Sie sieht so friedlich aus, die kleine Gemeinde irgendwo im bergigen Süddeutschland, dennoch birgt sie ein furchtbares Geheimnis. Woher kommt der Hass der Alten, der so groß ist, dass sie sich gegenseitig bestialisch umbringen? Hetzt sie die Gier aufeinander? Ist es vielleicht Angst oder werden sie gar fremdgesteuert? Die Toten sind nicht arm gestorben. Im Gegenteil Sie hinterlassen jeweils viel Geld. Viel zu viel, als dass Erben eine Erklärung verlangen dürfen, ohne sich dabei in Lebensgefahr zu begeben.

Andreas Schnabel lässt eine Aura entstehen, der man sich nur schwer wieder entziehen kann. Das Verwenden regionaler Sprachelemente bereichert den Plot, hilft der authentischen Darstellung des ländlich gelegenen Ortes Schwalbach und reiht sich damit angenehm in den derzeitigen Trend der Regionalität ein.
Schwalbach, ein Dorf, das augenscheinlich von anständigen Bürgern bewohnt wird. Doch sie hüten eine fast vergessene Vergangenheit, für dessen Bewahrung sie über Leichen gehen – ein Schatz aus altem Nazigold.

Liest man aufmerksam und reflektiert, so hat jeder einzelne Charakter seine Daseinsberechtigung und steht stellvertretend für eine weltoffene und aufgeklärte Gegenwart. Von homosexuellen Männern, über die Priesterin Stefanie Jänicke, die zusammen mit dem Polizeibeamten Frank Posselt deren alte Liebe entfacht.

Alle Protagonisten werden realitätsgetreu beschrieben, ohne sich dabei stereotypischer Klischees zu bedienen. Andreas Schnabel erlaubt es den Charakteren natürlich zu sein. So spielt das Leben!

Thematisch gibt es keine Abschweife, um mit erhobenem Zeigefinger über die Verbrechen der NS-Diktatur zu richten. Und doch weiß der Leser am Ende, dass derjenige, der mit beiden Beinen im Leben steht, keinen Nationalsozialismus für sein Ego brauch.

Ein Buch das überrascht und dessen Titel sowie die Gestaltung wohl gewählt wurden.

Unbedingt lesen!

Andreas Schnabel
Braune Orchideen
ISBN 978-3-945458-01-3

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Ein Gedanke zu “Lesebericht zu „Braune Orchideen“ von Andreas Schnabel

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