Lesebericht zu „Broken Dolls“ von James Carol

Der Protagonist, Ermittler Jefferson Winter ist Profiler, ehemaliger FBI-Agent und Sohn eines perfiden Serienmörders. Nach der Hinrichtung seines Vaters tritt er aus dem FBI-Dienst aus, um sein Leben, als Profiler, dem Auffinden von Serienmördern zu widmen.broken_dolls

Klappentext:
Eine Tat, grausamer als jeder Mord.
Die Opfer, verdammt zu einem Leben ohne Seele.
Ein Profiler für die brutalsten Verbrechen der Welt:
Der erste Fall für Jefferson Winter.

Bereits vier Frauen sind dem Täter schon zum Opfer gefallen.
Er entführt sie, hält sie wochenlang gefangen und foltert sie.
Im Anschluss löscht er ihre Persönlichkeiten durch eine Lobotomie und setzt sie an öffentlichen Orten aus.
Als das fünfte Opfer entführt wird beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit.

Als ich den Titel auf der Buchmesse gesehen habe, konnte ich mich ihm nicht entreißen. Der Klappentext und das Layout brüllten offensichtlich nach Aufmerksamkeit und Beachtung.
Jedoch schafft der Autor James Carol es nicht, den erzeugten Erwartungen an das Buch gerecht zu werden. Dies liegt meiner Einschätzung nach an den Charakteren, die nur schemenhaft dargestellt werden. Auch die Erzählperspektive des Profiler Jefferson Winter in der Ich-Form, eröffnet dem Rezipienten die Gefühlswelt des Ermittlers nicht.
Die Perspektiven alternieren zwischen der des Ermittlers und der des aktuellen Entführungsopfers Rachel Morris. Diese betrachtet das Geschehen aus der Perspektive der dritten Person. Aber auch der Charakter der Rachel Morris schafft es nicht, dem Leser ihre Empfindungen nahezubringen. Die Distanz bewirkt, dass einem die Opfer fast egal sind und man nicht um sie bangt. Schade, denn genau das Leiden mit den Opfern ist essenziell für einen guten Spannungsaufbau.

Einige Mal kam ich mir vor wie in dem Computerspiel „Grand Theft Auto“. Durch Cheats kann man sich dort alles Mögliche zusätzlich in das Spiel laden. Die Wünsche des Profilers Winter, und vor allem deren Erfüllung erinnerten mich stark an das Cheating in dem besagten Computerspiel.
Merkwürdig ist auch, dass die Polizei – im nun bereits fünften Entführungsfall – nach wie vor keine Ermittlungserfolge vermelden kann.

Einen interessanten Punkt bieten die Visionen, die Profiler Winter immer wieder bekommt, wenn er sich an Tatorten oder in den privaten Umgebungen der Opfer aufhält. Hier wäre es schön gewesen, wenn der Autor dem Leser die Herkunft dieser Eingebungen aufgezeigt hätte. Eine Steilvorlage hätte an dieser Stelle der eigene Vater geboten!

Vielleicht baut James Carol daraus in seinen folgenden Titeln etwas Spannendes.