Lesebericht zu „Das Ende der Schuld“ von Marbel Becker

Das Ende der Schuld, Marbel Becker, Buchblog, Medu Verlag, Oliver SteinhäuserWer schreibt ein Buch über sein stürmisches Leben? Beschreibt darin, wie ein geregeltes und geplantes Leben als Theologin während des Studiums aus dem Ruder läuft und in einem sodamasochistischen Etablissement sein unwiderruflichen Wendepunkt findet. Es ist die Geschichte der jungen Studentin Cara, die in der Hoffnung auf ein gottesfürchtiges Leben unter die Räder des körperlichen Verlangens und einem damit verbundenen extatischen Kontrollverlust gerät. Es sind die Memoiren einer juristisch nie belangten Frau, die ihre Erfahrungen und Ängste textlich verarbeitet hat und die in „Das Ende der Schuld“ ihren Abschluss finden.

Zur Absicherung ihres Lebensunterhalts arbeitet die junge Theologiestudentin Cara Sentow in einer Nachtbar. In ihrer aufkeimenden Gier nach Geld geht sie einen Schritt weiter und rutscht zunehmend in die Prostitution. Ihrer Stammkundschaft gefällt vor allem die dominante Härte, mit der sie Cara im Keller des mächtigen Edelbordells gefügig macht. Doch mit dem Tag, an dem eines dieser qualvollen Spiele im Tode eines „Klienten“ endet, erfährt auch ihr eigenes Leben mit seinen gewohnten Strukturen eine lebenslange und unwiderrufliche Wendung.
Marbel Becker eröffnet einen Plot, der dem Leser spannende Stunden bereiten kann. Sie beschreibt eine im Zwiespalt zwischen Glauben und Lebenslust gefangene Protagonistin, deren Mordunfall sie ihr gesamtes Leben begleitet. In ihrer panischen Angst vor Strafverfolgung unterstützt sie ihr Freund und heimlicher Verehrer Franz Bachmann beim Beseitigen der Beweise sowie dem Beschaffen einer neuen Identität. Dass sie mit dieser und der Flucht aus Marburg an der Lahn sogar eine Pfarrstelle im bayerischen Ganthofen antreten kann, hätte sie nicht im Traum gedacht. Unter ihrem neuen Namen beginnt für sie eine zweite Chance. Ruhe findet sie trotzdem nicht, denn die Geister ihrer Vergangenheit verfolgen sie ohne Unterlass. Oder ist es doch nur ihre gepeinigte Seele, die ihr Streiche spielt?

Leider erfordert „Das Ende der Schuld“ von seinen Lesern des Öfteren langatmigen Durststrecken, die die Geduld auf eine harte Probe stellen. Der Grund liegt vor allem darin, dass beinahe das gesamte Buch als „Ich-Erzählung“ der Cara Sentow aufgebaut ist. Echte Spannung kann jedoch meist nur aus Sicht des „allwissenden Erzählers“ aufgebaut werden, der seine Figuren auf eine aufreibende Reise schickt und die Spannungsmomente minutiös ausarbeitet und detailliert beschreibt.
Das Zeug dazu hat der Roman. Vereinzelte Perspektivwechsel hätten der Geschichte gut getan und sie spannungsgeladener werden lassen. „Das Ende der Schuld ist ein solider Roman für all jene, die in der Lage sind Spannung auch in ihrer eigenen intrinsischen Vorstellungskraft fußen zu lassen.

Marbel Becker
Das Ende der Schuld
ISBN 978-3-941955-88-2

Lesebericht zu „Blood on Snow – Das Versteck“ von Jo Nesbø

Jo Nesbø, Das Versteck, Blood on Snow, Ullstein, BuchblogDa ist er wieder und flimmert über die imaginäre schwarz-weiße Mattscheibe. Erneut darf der Leser seinen liebgewonnenen Olav, Ulf oder wie immer er sich selbst gerade nennt, beobachten. Ihm zuschauen wie er sich in seiner Naivität um Kopf und Kragen redet und seiner Umwelt oft schutzlos ausgeliefert ist. Und das obwohl er ein gesuchter Auftragskiller ist.

Wir begleiten unseren Protagonisten auf der Suche nach einem sicheren Versteck. Einem Zufluchtsort, an dem ihn sein letzter Auftragsgeber, der „Fischer“ um keinen Preis finden soll. Da Ulf ihn um eine Menge Geld betrogen hat, droht ihm die Vollstreckung seines eigenen Todesurteils. Im hohen Norden Norwegens hofft er seiner in Oslo ausgesprochenen Hinrichtung entgehen zu können.
Im Zentrum der Handlung steht – wie im Vorgängerband „Blood on Snow – Der Autrag“ – Ulfs kräftezehrende Beziehung zum weiblichen Geschlecht. Denn er verliebt sich in die streng gläubige Lea Sara, die ihn bei der Reinigung der Kirche eben dort schlafend auffindet. In ihrer Naivität steht sie Ulf in nichts nach. Aus diesem Grund gibt sie ihm völlig zweifelsfrei die Flinte ihres Mannes, damit er erste Schießübungen in der Jagdhütte inmitten der Finnmark absolvieren kann. Man benötigt kein sonderlich ausgeprägtes zwischenmenschliches Gespür um zu bemerken, dass die beiden sich annähern werden. Doch die Beschreibung der offensichtlichen Einfältigkeit ist die Kunst der konsequenten Ausarbeitung der Charakterzüge des Protagonisten. Das ist es auch, das dem Leser dieser unfähigen Drogenhändler und Kleinkriminelle so sympathisch werden lässt.

Neben der Liebesgeschichte durchzieht „Das Versteck“ auch den Zwiespalt mit dem Glauben und mit den inneren Geistern, die jeden von uns immer wieder auf die Probe stellen und einschneidende Entscheidungen von uns fordern. Gleichermaßen, wie zu treffende Entscheidungen auf dem Lebensweg eines Menschen, verhält es sich mit der Gläubigkeit. „Die Vernunft wohnt im Kopf, der Glaube im Herzen. Das sind nicht immer gute Nachbarn.“ Denn egal ob wir meinen zu wissen oder denken zu glauben, müssen wir uns doch auf beiden Wegen zu etwas bekennen.
Am Ende des Tages brauchen wir uns um unseren Protagonisten nicht sorgen. Obwohl das Leben ihn immer wieder in Erklärungsnot bringt schiebt sich im letzten Moment das Schicksal ein und liefert ihm eine plausible Geschichte. Wir können sogar etwas von ihm lernen:
Egal wie oft du scheiterst, solltest du nicht liegen bleiben, sondern aufstehen und weitermachen!

Jo Nesbø
Blood on Snow – Das Versteck
ISBN-13 9783550080784

Lesebericht zu „Kolbe“ von Andreas Kollender

Kolbe-Alexander Kollender, Buch-und Medienblog, Oliver SteinhäuserWas war Fritz Kolbe für ein Mensch? Was trieb ihn im Kampf gegen ein gnadenloses und radikales Regime an? Wie wird aus einem einfachen Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes ein abgeklärter Spion, der sukzessive Angst gegen Mut, und Zweifel gegen Kühnheit tauscht, um seinem Ziel – dem Ende des Zweiten Weltkriegs – näher zu kommen? Und wie kann es sein, dass diesen tollkühnen Fritz Kolbe niemand von uns kennt?

Fritz Kolbe, der nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, im September 1939, von seiner Position im Deutschen Konsulat in Kapstadt nach Deutschland beordert wird, ist fassungslos. Aus Sicherheitsgründen lässt er seine Tochter in Südafrika zurück, denn er ahnt, dass das Naziregime in Berlin nichts Gutes für sein Leben bedeuten kann. Bereits auf der langen Überfahrt spürt er das sich konzentrierende radikale Auftreten der Nazis, die es kaum erwarten können für ihren Führer in einen eisernen Kampf aufzubrechen. Auf seinem neuen Posten im Auswertigen Amt in Berlin, quält ihn das Wissen über das Unrecht, das vielen Menschen widerfährt, und das er täglich in den geheimen Akten liest. Er fasst den Entschluss, das brisante Material aus dem Amt zu schmuggeln und es auf seinen Dienstreisen nach Bern den Amerikanern zuzuspielen.

„Kolbe“ ist in zwei Perspektiven gegliedert. Es wechseln sich die Geschehnisse während des Krieges mit den Erinnerungen Fritz Kolbes, wenige Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs, ab. Grund dieser Szenenwechsel ist, dass Kolbe mehrfach versucht hat, seine eigene Geschichte niederzuschreiben. Da er allerdings nicht mit den Regeln des Schreibens vertraut ist, verzettelt er sich wieder und wieder. Aus diesem Grund veranlasst sein schweizer Freund Eugen Sacher den Besuch eines Journalisten und einer Fotografin. Gemeinsam ergründen sie Fritz´ Geschichte, hören ihm zu, fragen ihn aus. Zunehmend wird aus den journalistischen Notizen und dem Gespräch, die Geschichte um den vergessenen Spion aufgebaut. Typografisch kann der Leser stets zwischen diesen beiden Blickwinkeln unterscheiden. Die Geschichte Kolbes verläuft allerdings zunehmend zu einem aufregenden und dramatischen Gesamten.

Andreas Kollender gelingt es, beide Perspektiven mit einer enormen Authentizität zu beschreiben, sodass keinerlei Zweifel an seiner Geschichte aufkommen. Auch wenn der Leser bereits weiß, dass in diesem Buch Realität und Fiktion vereint werden, um ein spannendes Gesamtbild zu projizieren.
Kontinuierlich lernen wir mehr Details über Fritz Kolbe kennen und freuen uns, über – seine durch Selbstzweifel ausgelöste – authentische und bescheidene Menschlichkeit. Ein Charakter, der sich auch nach Kriegsende, beim Treffen mit den Journalisten, nicht verstellen muss.
Besonders gelungen sind die fließenden Übergänge zwischen den Gesprächen in Kolbes Unterschlupf und den Geschehnissen in Berlin und Bern während des Krieges. Es gleicht einer Kamerafahrt zwischen den Perspektiven und ermöglicht es dem Leser, seinen eigenen inneren Film aufzubauen.

Dieses Buch muss einfach gelesen werden!

Andreas Kollender
Kolbe
ISBN: 978-3-86532-489-4

 

Lesebericht zu „Bretonischer Stolz“ von Jean-Luc Bannalec

Bretonscher Stolz-Jean-Luc-Bannalec-Kommissar Dupin-Buch-Blog-Oliver SteinhaeuserKommissar Dupins vierter Fall
Mit „Bretonischer Stolz“ erscheint ein Kriminalroman, der dem Leser Ruhe gönnt. Ihn, dank zweier Morde, in eine Welt aus Austern, Flut und Ebbe sowie einer reichen Flora und Fauna führt, in die man sich zunehmend hineinfühlt und sie in vollen Zügen genießt.

Madame Bandol stößt bei ihrem morgendlichen Spaziergang auf eine Leiche. Doch als Kommissar Georges Dupin zum Tatort gelangt, fehlt von dem toten Mann jede Spur. Bei seinen Ermittlungen stößt Dupin in den Hügeln der Mont d´Arrée auf eine weitere Leiche. Bald wird klar, dass die beiden Morde miteinander in Verbindung stehen müssen. Kommissar Dupin mobilisiert, zu den Polizisten vor Ort, sein gesamtes Team aus Concarneau, und richtet sich am Port Belon eine kleine Ermittlungszentrale ein. Zügig bestätigen seine Kollegen, dass es sich tatsächlich um zwei Tote handeln muss. Die beiden Schotten Mackenzie und Smith, die, aufgerüttelt durch ein Foto in einer schottischen Dudelsackzeitschrift, umgehend in die Bretagne gereist sind. Ein Foto, auf dem sie einen gemeinsamen, jahrelang totgeglaubten Bekannten wieder erkannt haben. Während Dupin sich allmählich den Zusammenhang zwischen diesem Zeitungsfoto und den jugendlichen Schandtaten der Schotten erschließt, wird für ihn klar, dass die beiden Männer auf einen alten Bekannten gestoßen sein müssen. Ein ehemals Vertrauter, der sich auf ihre Kosten ein neues Leben weitab der schottischen Justiz aufgebaut hat.
Durch die Untersuchungen der Polizei, erfahren wir sehr viel über das Leben und die Menschen in der Bretagne. Großartig detailreiche Ausführungen und Beschreibungen der bretonischen Vegetation, des Meeres, der Flüsse „Belon“ und „Aven“, die beide in den Atlantik münden, und dank der Tiden einen atemberaubenden Lebensraum zur Austernzucht ergeben. Darüber hinaus sind kulturelle bretonische Einflüsse auf angrenzende Länder ein großes Thema, da gerade die Schotten ein ebenso mächtiges keltisches Volk darstellen. Lokale und regionale Vereine der Bretonen und der Schotten stehen zur Wahrung der „Interceltisme“ in engem Kontakt.

Der Kriminalroman „Bretonischer Stolz“ verbindet historisch-mythische Ereignisse, kulturelle Bräuche und das dadurch geprägte Leben der Bretonen, mit dem Mord an zwei Schotten, und legitimiert somit eine facettenreiche und interkulturelle Ermittlung. Überwältigt von der Austernzucht und dem Leben in der Bretagne, öffne ich während des Rezensierens fortwährend meinen Browser, suche Routen nach Port Belon, recherchiere Flüge sowie Unterkünfte. Rieche dabei das Meer und das bretonische Aroma. Diese Eindrücke bleiben haften und erwecken Reiselust.


Oliver Steinhäuser, Buch, Blog, Literatur, LesenMotto des Buch- und Medienblog ist: „Du siehst, was du liest!“.
Und: „Bücher/Geschichten sind miteinander verbunden“. Jean-Luc Bannalec bestätigt genau das in seinem neuen Titel. Der Schauplatz wechselt in meinen Gedanken vom vorösterlichen Port Belon zur winterlich rauen Isle of Skye und der Stadt Portree in Schottland. Die Verbindung: Eisige Schwestern, ein in Mai 2015 veröffentlichter Psychothriller, der genau dort spielt. Es sind diese Brücken innerhalb verschiedener Geschichten, die das Lesen von Büchern so reizvoll gestalten. Die es schaffen, ganz persönliche Faszinationen auszulösen!


Jean-Luc Bannalec
Bretonischer Stolz
ISBN: 978-3-462-04813-1

 

 

Lesebericht zu „Kaninchenherz“ von Annette Wieners

Blog, Buch, Medien, Kaninchenherz, Oliver SteinhaeuserZehn Jahre sind seit jenem tragischen Nachmittag vergangen, der ihren Sohn Philipp das Leben kostete. Jener schicksalhafte Tag, der das Leben der erfolgreichen Kommissarin Gesine auf den Kopf stellte und nach dem nichts mehr sein wird, wie früher.
Jahrelang waren die Zwillingsschwestern Mareike und Gesine eine unzertrennliche Einheit, verbrachten einen Großteil ihres Lebens miteinander. Sogar auf Festen der Kriminalpolizei war Gesines Schwester, Mareike, ein gern gesehener Gast. All dies liegt sehr lange zurück.
Durch den offensichtlich von Mareike verschuldeten Tod Philipps, brach jeder Kontakt ab. Auch der zu ihren Eltern, die sich seit jeher weigern, Mareikes schuldhaftes Verhalten, Gesine gegenüber anzuerkennen.

„ Das Bild hatte sich längst in ihr Hirn gebrannt: Die Mädchen sahen eindeutig so aus, wie sie selbst früher ausgesehen hatte. Sie selbst und auch ihre Schwester Mareike.“ Zwei spielende Kinder auf dem Friedhof, auf dem Gesine die Kapelle und das Grab für eine Beerdigung schmücken soll. Das Begräbnis ihrer eigenen Schwester, wie ihr schlagartig bewusst wird. Doch bevor Gesine ihre Flucht nach vorne antreten kann, steckt sie bereits inmitten ihrer eigenen Vergangenheit und kann ihr nicht entfliehen. Warum lässt sich ihre Zwillingsschwester auf dem Friedhof begraben, auf dem auch Gesines Kind begraben liegt, und auf dem sie als Gärtnerin arbeitet? Warum ist Mareike nach Jahren wieder in Deutschland und wird kurz darauf von einem Zug erfasst und getötet? Fragen die Gesines kriminalistischen Instinkt erneut entfachen und sie dazu bringt, eigene Ermittlungen anzustellen, während dieser sie der Wahrheit immer näher kommt. Auch der, um den Gifttod ihres geliebten Sohnes.

Die aktuellen Geschehnisse dominieren das Buch. Ergänzt werden sie durch kurze Rückblenden zu dem Tag, an dem Gesines Sohn Philipp starb. Annette Wieners erzeugt durch ihre knappe und stockende Erzählweise in den Rückblenden, eine authentische Szenenbeschreibung, durch die die Verwirrung, die Ängste und die Verzweiflung einer jungen Mutter sehr gut nachempfunden werden können. Des Weiteren enthält das Buch Auszüge aus Gesines persönlichem Notizbuch, in dem sie seit Philipps Tod, alle giftigen Pflanzen zu ihrer eigenen Enzyklopädie zusammenstellt. Auch diese Auszüge dienen der glaubwürdigen Trauerbewältigung und untermauern das Trauma, das beim Verlust des eigenen Kindes oft ein ganzes Leben lang Auswirkungen auf das Verhalten und Wirken der hinterbliebenen Eltern hat.

Während man noch über den Titel des Buches grübelt, versinkt man zunehmend in die durch Trauer mühevoll aufgebaute Welt der Gesine Cordes und erfährt, wozu Überforderung mit kleinen Kindern, in Kombination mit missverständlichen Absprachen, führen können. Und wie eine ganze Familie an einer jahrelangen Lüge zerbricht, anstatt sich der Wahrheit zu bedienen und sich seinen Fehlern zu stellen. Insgeheim hofft man, dass durch das Lüften des Geheimnisses, Gesines Leben nicht erneut aus den Fugen gerät.

Annette Wieners
Kaninchenherz
ISBN-13 9783548612584

Lesebericht zu „Böse Absichten“ von Keigo Higashino

Buchblog Oliver Steinhäuser, Keigo Higashino, Böse AbsichtenMuss ein Kriminalroman spannend und nervenaufreibend sein, um seine Leser in den Bann zu ziehen? Und welche Auswirkungen auf das Lesen hat es, wenn von den klassischen Zutaten eines Krimis rein gar nichts auf der Liste eines Autors steht? Keigo Higashino zeigt in seinem kürzlich erschienenen Kriminalroman „Böse Absichten“, wie genau das funktioniert. Wie er ohne wilde Perspektivwechsel, ohne diffuse Polizeiarbeit – und trotz des Verzichts auf klassische Instrumente zum Kriminalroman – ein durchweg spannendes und fesselndes Werk schreibt.

Kunihiko Hidaka, ein erfolgreicher japanischer Bestsellerautor wird, kurz bevor er auswandern möchte, ermordet in seinem Haus aufgefunden. Entdeckt haben ihn seine Frau Rie und der mäßig erfolgreiche Schriftstellerkollege und Freund Osamu Nonoguchi. Zunächst scheiden die beiden aus, da sie wasserdichte Alibis vorweisen können. Zudem fehlt augenscheinlich ein Motiv. Schnell steht für Kommissar Kaga jedoch der Mörder fest, und er begibt sich auf die Suche nach dem sehr gut getarnten Motiv. Ihn lässt dieser Fall nicht los, selbst das Geständnis des Mörders reicht ihm nicht aus. Kaga ermittelt beharrlich weiter, bis schließlich alle Bausteine zusammenpassen und die böse Absicht hinter der Tat erkennbar wird.
Obwohl dem Leser schon im ersten Viertel des Buches der Mörder präsentiert wird, muss er sich immer wieder fragen, ob das Geschehen wirklich so ablaufen konnte. Denn die Zusammenhänge stellen sich mehrfach als falsch heraus. In „Böse Absichten“ ist nichts vorhersehbar, und man tappt bis zuletzt immer wieder in die gedanklichen Fallen, die der Autor dem Leser stellt. Gezielt wird er in eine bestimmte Richtung geleitet und sorgt somit für eine logische Verknüpfung von Tat und Motiv des Täters. Just in dem Moment, in dem die eigenen Gedanken ein klares Bild zu ergeben scheinen, kommen neue Erkenntnisse hinzu, brechen alles erneut auseinander und schockieren, weil man ihnen einfach keinen Glauben schenken kann.

Keigo Higashino präsentiert einen Roman, in dessen Schwerpunkt die Ermittlung des Motivs steht. Er kommt dabei völlig ohne Emotionen und detailliert beschriebene Charaktere aus. „Böse Absichten“ ist ein Ermittlungsbericht, kein Buch. Hier ist Platz für eigene Gedanken. Raum für Überlegungen und Mutmaßungen. Es ist kein starres Korsett, in das der Autor seine Leser hineinzwängt. Immer wieder denkt man an Sherlock Holmes, der Schritt für Schritt jede Erkenntnis offenbart, sei sie noch so absurd und haltlos.
Das Buch ist in die Sichtweise des Mörders und in die Ermittlungserkenntnisse des Kommissar Karga gegliedert. Durch eine klare Gestaltung erkennt der Leser stets, in wessen Gedankenwelt er sich befindet.
Die gut verständliche Sprache Higashinos ermöglicht es, in den verworrenen Theorien des Motivs und des Tathergangs – die eine enorme Aufmerksamkeit fordern – den Faden nicht zu verlieren. „Böse Absichten“ ist ein mitreißender Kriminalroman, der besonders durch seine unerwarteten Wendungen und den Raum für eigene Hypothesen überrascht und fesselt.

Auch Aly vom Blog Magische Momente beschreibt das Werk sehr treffend als „ein unglaubliches Buch, voller überraschenden Wendungen und einer Handlung die wirklich sehr brillant aufgebaut ist“.

Keigo Higashino
Böse Absichten
ISBN: 978-3-608-98027-1

Lesebericht zu „Das Büro der einsamen Toten“ von Britta Bolt

Rezension Oliver Steinhäuser, Amsterdam, Büro der einsamen Toten, GrachtenAmsterdam, die Stadt der Kuriositäten wird Schauplatz einer leger lässigen Geschichte. Wie kann es da anders sein, als dass der strafversetzte Pieter Posthumus im Amt für Katastrophenschutz und Bestattungen arbeitet und mit seiner euphorischen Genauigkeit jedes Detail der unbekannt verstorbenen Menschen unter die Lupe nimmt?

Eines Morgens wird ein Mann, gekleidet mit einer traditionellen Djellaba, in einer Gracht aufgefunden. Ertrunken. Die Identität des Toten ist zunächst unbekannt und die Polizei schließt Fremdverschulden aus. Daher landet der Fall im Amt für Katastrophenschutz und Bestattungen, wo Pieter Posthumus sich diesem annimmt. Als er sich gemeinsam mit seinem Kollegen in der Wohnung des Toten umsieht, um Hinweise auf dessen Identität zu finden sowie eine Bestandaufnahme seines Nachlasses zu ermitteln, wird er von einem Stromschlag aus einem Teaser außer Gefecht gesetzt. Jeder andere würde sich davon einschüchtern lassen, oder zumindest vorsichtiger vorgehen. Nicht jedoch PP – wie er von seinen Freunden genannt wird. Seine Neugier wird von dieser Tat geradezu beflügelt und sein detektivischer Trieb geweckt.
Während Pieter Posthumus seinen Untersuchungen nachgeht, ermittelt parallel der niederländische Staatsschutz, um die unter Terrorverdacht stehende „Amsterdamer Zelle“ dingfest zu machen. Dabei wechselt sich die Betrachtung der beiden Erzählstränge ab, sodass der Leser die Zusammenhänge kennt, die Posthumus verborgen bleiben.

Man könnte meinen, PP sei ein kleinlicher Mensch, der seinen Mitmenschen die Arbeit erschwert, da er immer mehr wissen möchte, als es für den jeweiligen „Fall“ notwendig wäre. Er ist ein echter Amsterdamer, denn das ist es, was den Charme dieser Stadt und ihrer Menschen ausmacht. Sie sind keinesfalls kleinlich, sondern eher sehr detailverliebt. Sie interessieren sich für ihre Umgebung nicht nur oberflächlich. Sie sind wirklich an individuellen Geschichten und Bekanntschaften interessiert, denn im Gegensatz zu unserer deutschen Stressmentalität, nimmt man sich in Amsterdam Zeit für Fremde. „Amsterdam, dieses merkwürdige Spinnennetz von einer Stadt, hatte die Eigenschaft, seine Form zu wechseln, je nach Standort – wie ein Kaleidoskop, dessen Muster sich durch leichtes Schütteln veränderte“ (S.45). Hier ist man aufgeschlossen und unbekümmert. Und Zeit hat man in der Regel auch fast immer. Denn man nimmt sie sich!

„Das Büro der einsamen Toten“ ist trotz der Verarbeitung terroristischer Aspekte ein wunderbar leichter Roman, der es schafft, den Rezipienten in die merkwürdige Welt des Pieter Posthumus zu entführen. Eine Welt, in der zwischen Terrorismus, Unheil, Zeitmangel und Erfolgsdruck eben doch noch Zeit bleibt, sich um Menschen zu kümmern, deren Schicksal es ist, von der Gesellschaft völlig ungeachtet gewesen zu sein. Für PP ist sein Job eher eine Mission, bei der es irrelevant ist, ob er eine Beerdigung ohne Publikum organisiert, weil es keinerlei Verwandte gibt, oder ob er für ausgekundschaftete Hinterbliebene Seelsorge betreibt.Stadtplan Amsterdam2Das Vor- und Nachsatzpapier bilden jeweils den Stadtplan des Amsterdamer Zentrums ab. Dies ist besonders spannend, da der Leser die Wege der Protagonisten verfolgen kann und das Bild der Stadt Amsterdam sich ihm anschaulich einprägt.

Britta Bold
Das Büro der einsamen Toten
ISBN: 978-3-455-40528-6

Lesebericht zu „Der Sohn“ von Jo Nesbø

Der Sohn-Jo Nesbo-Buchblog-Oliver SteinhäuserZu welchen Taten kann uns das Lüften eines Geheimnisses beflügeln? Was sind wir imstande zu tun, wenn wir erfahren, dass das eigene Leben auf einer Lüge aufbaut. Und warum lässt diese innere Zerrissenheit zu, dass wir Mord als eine Option der Rache sehen, und wir mit einem kaltblütigen Mörder sympathisieren?

Sonny, dessen Vater scheinbar ein korrupter Maulwurf bei der Polizei war, der sich durch Selbstmord seiner Verantwortung entzog, sitzt seit seinem 18. Lebensjahr im Gefängnis. Für Morde, die er nicht begangen hat. Seine Drogenabhängigkeit führt dazu, dass er auch weitere Delikte auf sich nimmt. Denn im Gegenzug erhält er, im Wissen der Gefängnisdirektion, Drogen. Als Sonny eines Tages erfährt, dass sein Vater weder korrupt war, noch Selbstmord begangen hat, will er Rache. Er bricht aus dem Gefängnis aus und begibt sich auf einen Rachefeldzug, bei dem er alle töten will, die mit dem Tod seines Vaters zu tun hatten und weitere unschuldige Menschen umgebracht haben.

Jo Nesbø kritisiert in seinem Thriller korrupte Verwicklungen der Politik und der organisierten Kriminalität mit bestechbaren Behörden des Vollzugs sowie den Drogen- und Menschenhandel.
Er beschränkt sich in der detaillierten Ausführung seiner zahlreichen Charaktere nicht nur auf die echten Protagonisten. Durch die Sorgfalt in der Beschreibung, erhält der Rezipient ein scharfes Bild aller beteiligten Personen. Dies führt dazu, dass es scheinbar keine Randdarsteller in „Der Sohn“ gibt, da man stets das Gefühl hat, jede einzelne Rolle vollständig zu kennen. Diesen Effekt erzeugt Nesbø durch die aufregende Betrachtung des „Sohnes“ Sonny, aus der Sicht der direkt beteiligten Menschen. Jede neue Persönlichkeit wird stets durch die Betrachtung Sonnys und seine Handlungen integriert und führt dazu, dass wir die Motive des Mannes besser verstehen. Diese Art der Betrachtung erlaubt es dem Leser weiterhin, die Person, die Sonnys Handeln sequenziell betrachtet, aus einer inneren Ansicht kennenzulernen. Eine Betrachtung durch den allwissenden Erzähler entfällt. Die Spannung steigt.
Als sich die Situation zuspitzt, nehmen die Alleingänge von Kommissar Simon Überhand. Er bemerkt Beweise, die kein anderer Polizist wahrnimmt, behält sie für sich und geht im Alleingang auf die Suche nach dem rachesüchtigen Sonny, dessen Mission die Eliminierung des wahren Maulwurfs ist. Simon findet Sonny, denn sie verbindet etwas: Er war der beste Freund seines verstorbenen Vaters Ab Lofthus. Simons Job wäre es, Sonny den Behörden auszuliefern, um ihn seiner gerechten Strafe zuzuführen. Stattdessen hilft er dem jungen Mörder, seinen Rachefeldzug erfolgreich zu beenden, denn auch Simon verbirgt ein dunkles Geheimnis, dem er nicht mehr länger gegenüberstehen kann.

Zwischen all diesem knallharten Stoff, ist es Sonny Lofthus, dem der Rezipient eine sehr starke Sympathie entgegenbringt. Er leidet mit seiner auf Lügen gebauten Vergangenheit, trauert um seine verpassten Chancen und hofft insgeheim, dass der junge Mann sein Ziel erreicht und der Geschichte ohne Blessuren und wohlauf entfliehen kann. Der Umstand, dass er sich in seiner Naivität in die junge Martha verliebt, ist die Krönung der Geschichte, denn die Frau ist der rettende Treibstoff, als Sonnys Motor zu stottern beginnt.

„Der Sohn“ ist eine wahnsinnig mitreißende Geschichte, die durch die Themenauswahl, als auch die kraftvoll beschriebenen Charaktere, ihre Einmaligkeit entfaltet. Beobachtet der Leser Kommissar Simon aufmerksam, fällt ihm auf, dass seine Art der Betrachtung von Situationen, sich sehr prägend auf das gesamte Buch niederschlägt. Denn Simon wechselt stets den Blickwinkel während seiner Analyse eines Tatortes, sieht immer etwas mehr als andere. Genau wie der Leser dank der Betrachtung Sonnys durch andere, immer eine Nuance mehr über den jungen Mann weiß und somit ein sehr scharfes Bild seiner Umstände entsteht.

Jo Nesbø
Der Sohn
gebunden mit Schutzumschlag
ISBN-13 9783550080449

Lesebericht zu „Kanakenblues“ von David Gray

KanakenbluesEin Gangster und ein Bulle – seit frühen Jugendjahren befreundet – verstricken sich in korrupte Geschäfte mit kriminellen Kiezgrößen. Der farbige Kriminalbeamte Boyle und sein Freund Teddy, tauschen Drogen aus der Asservatenkammer, gegen Geld und Informationen. Informationen, mit denen Boyle sich an zwei Kollegen rächt und sie somit hinter Gitter bringt. Ein Jahr später begleitet der Rezipient Kommissar Boyle durch eine Nacht, die er nicht vergessen wird.
Kurz hintereinander werden zwei junge Männer ermordet aufgefunden. Sie wurden durch Schüsse eiskalt hingerichtet. Boyle glaubt nicht an Zufälle. Unter Hochdruck sucht er nach einer Verbindung zwischen den Mordfällen, denn einer der Ermordeten ist ausgerechnet der Sohn des Hamburger Polizeipräsidenten. Bei seinen Ermittlungen bekommt Boyle es mit korrupten Polizisten, mächtigen Gangsterbossen und nicht zuletzt mit den Schatten seiner eigenen Vergangenheit zu tun. Als sich die Hinweise verdichten, beginnt eine gnadenlose Hetzjagd auf den „Kanakenmörder“, hinter dem nicht nur die Polizei her ist.  Die Zeit für Boyle wird verdammt knapp in dieser Nacht, in der das Morden kein Ende nehmen will …

In „Kanakenblues“ prallt der Leser auf eine kulturelle Vielfalt, die David Gray durch ausgelebte Korruption verbildlicht. Er zeigt die verschiedenen Machtverhältnisse innerhalb staatlicher Behörden und denen der organisierten Kriminalität auf. Mit dem blauäugigen, afroamerikanischen Kriminalkommissar Boyle, präsentiert er einen abgebrühten, mit Vorurteilen belasteten Protagonisten, der als Polizist ernst genommen werden will, allerdings nicht darauf verzichtet, mit Kriminellen Geschäfte abzuwickeln, um seinen Lebensabend zu sichern.

Während der Leser weiß, wer der Mörder der Jugendlichen ist, befinden sich die Ermittler auf einem Ratespiel. Sie verdächtigen die ihnen bekannten Kriminellen sowie Kollegen aus den eigene Reihen. Sie erfahren erst nach und nach, wer sich hinter den Morden verbirgt und welche Beweggründe den Mörder Younas dazu anhalten, zu morden.
Eine kräftige und ungeschönte Sprache, verleiht der brutalen Geschichte, die Authentizität, die notwendig ist, um den „Kanakenblues“ dem Rezipienten dort zu visualisieren, wo er stattfindet: Auf der Straße.
Durch enorm viele Verstrickungen zwischen den handelnden Personen, muss man einen klaren Kopf bewahren, um den Kontext des Buches nicht aus den Augen zu verlieren. Dadurch bleibt die Spannung konstant auf einem hohen Level erhalten und sorgt bis zum Schluss dafür, dass der „Kanakenblues“ aufregend und überraschend bleibt.


„Neben der Integration des „Bösen“ in den Alltag, in die Arbeit der Polizei, in die Gesellschaft, neben der Frage nach der Zulässigkeit von Selbstjustiz, wenn die staatlichen Organe versagen, neben der Auseinandersetzung mit dem Fremdsein, dem Andersein bietet er eben auch ein großes Lesevergnügen“, beschreibt Anne Kuhlmeyer den „Kanakenblues“ auf ihrem Blog „Wort & Tat“ und beziffert damit die Vielfalt der im Buch verarbeiteten Konflikte.


David Gray
Kanakenblues
ISBN: 978-3-86532-454-2

 

Lesebericht zu „Nummer Zwei“ von Claus Probst

Nummer Zwei_Fischer_Claus ProbstWas bewegt einen unbescholtenen Bürger dazu, eine getötete junge und hübsche Frau zu entführen? Was geht in einem Kopf vonstatten, wenn dieser Mann diese provokant positionierte Frau in seinen Wagen lädt, sie nach Hause bringt und in der Tiefkühltruhe mit dem Liebslingskuscheltier seiner eigenen Tochter versteckt?

Klappentext:
Am frühen Morgen findet er sie: die Leiche eines jungen Mädchens, nackt, schutzlos. Gegen alle Vernunft entfernt er das Mädchen vom Tatort und bringt es zu sich nach Haus. Er weiß, er darf das nicht tun. Er weiß auch, dass ein Mörder, der schon zwei junge Frauen umgebracht hat, die Region Mannheim in Angst versetzt. Aber er muss so handeln.
Fallanalytikerin Lena Böll sucht nach einem vermissten jungen Mädchen. Doch der Serienmörder brüstet sich per SMS bereits der Tat. Aber nirgendwo ist eine Leiche gefunden worden. Lena Böll beginnt ein hochriskantes Katz-und-Maus-Spiel, in dem ein Unbekannter zum entscheidenden Faktor wird – auf Leben und Tod.

Bereits die ersten Seiten des Titels fesseln den Rezipienten und werfen in ihm eine Menge Fragen auf: Wer ist dieser ominöse Mann, der die tote Frau vom Tatort entfernt, dabei Spuren verfälscht und zerstört, sein Fehlverhalten erkennt und trotzdem genau so handelt? Faszination, Spannung und Irritation begleiten den Leser von Anfang an, während Claus Probst langsam die ersten Rätsel lüftet, die bahnbrechenden Aspekte doch nur sehr zögerlich illustriert.
„Nummer Zwei“ versetzt den Leser auf eine stürmische Reise, die begleitet von einem aufbäumen der Gefühle und Emotionen in einem glorreichen Finale endet.
Die einzigartige Geschichte arbeitet alle Beteiligten sehr gut heraus, erweckt sie zum Leben und verzichtete dabei auf die genrespezifischen Klischees, wie Blutvergießen und Gemetzel, ohne dabei an Spannungsarbeit zu sparen.
Claus Probst zeichnet seine sehr originell gestalteten Charaktere mit einer Tiefgründigkeit, die er auf eine feinfühlige und menschliche Art beschreibt. „Nummer Zwei“ überzeugt durch die erzählten Hintergrundgedanken der Charaktere, da sie dem Leser ein sehr genaues Bild vor Augen führen. Es ist detailreich geschrieben, ohne langatmig zu sein. Die sukzessive eingestreuten Details aus den Hintergrundgeschichten der einzelnen Figuren – vergleichbar mit Hinweisen für den Leser – fügen das Gesamtbild des Buches fortlaufen zusammen. Dank einer sehr gut durchdachten Konzeption hat man jedoch immer ausreichend Information um die aktuelle Situation nachvollziehbar erfassen zu können, ohne etwas vorweggenommen zu bekommen oder an Spannung zu verlieren.

Claus Probst arbeitet in „Nummer Zwei“ mit dem psychologischen Aspekt der Traumabewältigung, welches das Buch stark thematisiert und dem Leser die facettenreichen Charakteren verdeutlicht.

Claus Probst
Nummer Zwei
Taschenbuch
ISBN: 978-3-596-19691-3